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Karriere
Das sind die Konkurrenten von Linkedin

Es hat für jeden etwas dabei: Karrierenetzwerke wie «Meetup» oder «Visual CV» liegen voll im Trend. Pixabay

Linkedin ist bisweilen wenig effizient und in manchen Ländern 
sogar verboten. Welche Alternativen gibt es?

Von Stefan Mair
am 22.03.2017

Für Socializer: Meetup

Meetup ist die Alternative für jene Berufstätige, denen der Aspekt Events in Linkedin zu kurz kommt. Wer also Lust hat, sich nicht nur online zu vernetzen, sondern auch ständig neue Networking-Events im realen Leben vorgeschlagen haben möchte, der ist mit Meetup bestens bedient. Alleine für einen beliebigen Tag wie den 
22. März schlägt das Programm in Zürich morgens um 8 Uhr die «Zürcher Gründer-Meetups» vor, ein Kaffeekränzchen für Unternehmen, um 12 Uhr 15 gibt es eine Sportgruppe für Manager, um 13 Uhr 30 die «Swiss Banking Advisory Conference» – und wer davon noch nicht genug hat, kann um 18 Uhr zum «Digital Analytic Circle.»

Für China: Dajie

Der chinesische Markt ist für Re­cruiters und Karrierewillige besonders herausfordernd. Nicht nur gibt es fast keine englischsprachigen Karrierenetzwerke mit einer relevanten Nutzerzahl. Zudem ist es schwer, den Überblick über die bestehenden chinesischen Karrierenetzwerke zu bekommen. Die erste Adresse in China, die auch mit dreissig Millionen User mehr Nutzer hat als Linkedin ist ­Dajie.com. Die Seite ist vor allem bei jungen Absolventen beliebt. 
Tianji.com hingegen eignet sich eher für die Suche nach erfahreneren Managern und Professionals. Eine englische Version hat die Seite Ushi.cn, aber «nur» 1,2 Millionen User.

Für Ästheten: Visual CV

Visual CV ist die Linkedin-Alternative für jene, denen die Benutzeroberfläche des grossen Karrierenetzwerks zu wenig fantasievoll ist. Zudem gibt es Branchen, so die Visual-CV- Entwickler, in denen eine gewisse Optik des Lebenslaufs auf bessere Resonanz stösst als anderes Design. Visual CV bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, das private Karriereprofil optisch noch ansprechender zu machen und zu personalisieren. Im Netzwerk mit mehr als einer Million Mitgliedern kann man zudem genau auswerten lassen, wie oft der eigene, detaillierte Lebenslauf heruntergeladen wurde – im Gegensatz zu Linkedin, wo nur Profilansichten sichtbar sind.

Für Russland I: Head Hunter RU

Das Karrierenetzwerk Linkedin ist in Russland seit Ende 2016 blockiert. Der Grund: Russische Daten sollen nicht auf ausländischen Servern sein. Das macht es Expats oder Recruiters auf dem russichen Markt schwieriger, Kandidaten oder neue Jobs zu finden. Eine mögliche Alternative ist Head Hunter RU (hh.ru). In diesem auf Russland spezialisierten Netzwerk gibt es Listen von Firmen mit offenen Stellen, jobsuchenden Kandidaten und auch eine Funktion, die besonders in Moskau interessant sein könnte: Jobs, sortiert nach der Nähe zu ­einer U-Bahn-Station. Das Netwerk ist in einer englischen Version verfügbar und dadurch leicht benutzbar.

Für Russland II: Xpatjobs

Eine weitere Alternative für den russischen Markt ist die Russland-Version des Portals Xpatjobs. Auch dort findet man in der englischen Version umfangreiche Job- und Kandidatenangebote. Zudem hat die Seite die interessante Funktion eines CV-Doktors. Das heisst, man kann seinen Lebenslauf dort einreichen und erhält ihn mit spezifischen Empfehlungen zurück, die im Idealfall auf den russischen Markt adaptiert sind. Die Seite Xpatjobs ist internationaler aufgestellt als Head Hunter RU, dennoch ist die regionale Verankerung stark. Momentan verteilen sich die Job- und Kandidatenprofile in nicht weniger als dreissig russischen Regionen.

Für Sparfüchse: Vutuv

Dem Gründer dieses alternativen Karrierenetzwerks missfielen die unzähligen Werbe-Mails und die hohen Kosten eines Premium-Accounts, die bei den etablierten Karrierenetzen anfallen können. Zudem gibt es Gegenden in der Welt, in denen gute Internetverbindungen spärlich und nur mit Prepaid-Tarifen möglich sind. Deshalb kostet dort der Aufruf eines Linkedin-Profils schnell eine kleine Summe. Mit Vutuv, einem Netzwerk mit essenziellen Funktionen, einer Open-Source-Struktur und der Möglichkeit kostenloser Verwendung für jeden, gibt es eine Alternative. Diese Superschlankversion eines Karrierenetzwerks ist einen Versuch wert.

Für Technikfreaks: Opprtunity

Die Entwickler des Portals Opprtunity sind der Ansicht, dass man auf Linkedin zu viel Zeit damit verbringt, aktiv nach neuen Kontakten zu suchen. Zudem schlägt Linkedin meist nur Kontakte vor, die man schon über andere Leute kennt. Opprtunity nimmt für sich in Anspruch, eine wissenschaftlich ausgefeiltere MatchingMethode für Karrieristen entwickelt zu haben. Diese schlägt Rekrutierern und Jobsuchern ständig neue Kontakte und Geschäftsgelegenheiten vor – basierend auf einem detaillierten, persönlichen Profil. Zudem zeigt eine GPS-Funktion, wie viele Meter oder Kilometer die nächste Karriere­gelegenheit entfernt ist.

Für Japan: Career enginge

Wer eine Karriere in Japan anstrebt oder dort nach Kandidaten sucht, ist auf der Seite Career Engine gut bedient. Die Seite mit einer englischsprachigen Version eignet sich bestens für neue Arbeitsgelegenheiten und Vernetzungen. Ein tägliches JobMail informiert über neue Stellen, viele westliche Firmen schreiben auf der Seite ihre Vakanzen und Nutzer können sich leicht einen Lebenslauf anlegen und mit Recruiters in Kontakt treten. Die regionale Aufsplitterung der Angebote ist beeindruckend. Profile und Jobs lassen sich auf die kleinsten Provinzen herunterbrechen, was den Einstieg in den japanischen Markt deutlich erleichtert.

Für den Nahen Osten: Akhtaboot

Im Westen weitgehend unbekannt, aber eine extrem hilfreiche Seite für die Vernetzung in Ländern des Nahen Ostens ist Akhtaboot (arabisch für Oktopus). Die Seite wurde in Amman gegründet und Akhtaboot hat Büros in Dubai und Riad. Es existiert eine sehr gut übersetzte englische Version und ein Blog informiert über Aktuelles für die Expat- und Karrieristen-Community in den arabischen Ländern. Viele internationale Firmen wie Pepsi, Total oder Marriot rekrutieren über die Seite. 50 000 Berufstätige sind täglich auf der Seite aktiv. Die Profile können nach Region, Berufserfahrung, Ausbildungslevel und speziellen Interessen sortiert werden.

Für Mütter: Jobsfuermama.ch

Seit einiger Zeit ist die auf Teilzeitstellen und Stellen für Mütter spezialisierte Seite Jobsfuermama.ch auf dem Markt. Die Schweizer Gründerinnen sind der Ansicht, dass manche Firmen speziell nach Müttern suchen, weil sie deren besondere Kompetenzen und Lebenserfahrungen schätzen. Auch für Berufserfahrene, die Jobsharing-Stellen suchen, ist die Seite eine interessante Anlaufstelle. Zudem gibt es einige Jobausschreibungen, in denen Gleitzeitmodelle vorgesehen sind. Kandidatinnen können sich entscheiden, ob sie ein anonymes oder ein öffentliches Profil auf die Seite stellen und damit familienfreundliche Firmen ansprechen.

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