Damit Elektroautos schnell aufgeladen werden können, setzt der US-Autobauer Tesla auf eine eigene Infrastruktur. Vor allem entlang vielbefahrener Autobahnen und anderer Verkehrsknotenpunkten hat die amerikanische Firma sogenannte Supercharger-Schnellladegeräte installiert. In Europa gibt es rund 200 davon.

Die leistungsfähigen Ladestationen haben auch noch ein schwächeres Geschwister: die sogenannten «Destinantion Charger». An diesen Ladestationen können bis zu 100 Kilometer Reichweite pro Stunde geladen werden. Sie sind jeweils an Orten gelegen, wo Personen gerne etwas länger verweilen – Hotels, Einkaufszentren oder Restaurants etwa.

Kooperation mit Hotel Dolder Grand

Bisher gab es in Europa nur die Schnelllader, doch jetzt hat Tesla auch Variante für die kürzere Reichweite installiert, wie einem Communiqué zu entnehmen ist. Deren 150 seien bereits in Betrieb, zusätzliche sollen noch folgen. «Damit können Tesla-Fahrer ihr Fahrzeug ganz bequem aufladen, während sie zum Beispiel in den Schweizer Alpen Ski fahren, in London shoppen oder ein romantisches Wochenende am Lago Maggiore geniessen», heisst es in der Mitteilung des Autobauers.

Zehn Stück sind es in der Schweiz. Die ersten beiden Zürcher Ladekasten mit einer Kapazität von bis zu 22 Kilowatt stehen beim 5-Sterne-Hotel Dolder Grand. Sie stehen der Öffentlichkeit zur freien Benutzung. Neun weitere Standorte sind auf die Schweiz verteilt. Auch diese haben sich oft in einem exklusiven Setting positioniert. In Arosa stehen beispielsweise zwei Ladestationen beim Nobelhaus Tschuggen Grand Hotel, wo eine Sommernacht im Einzelzimmer bei 225 Franken beginnt und durchaus auch über 1000 Franken kosten kann.

Elon Musk trifft auf Samih Sawiris

In Locarno stehen die Tesla-Destination-Charger beim Hotel Belvedere. Das Vier-Sterne-Superior Hotel wurde im 15. Jahrhundert als Palazzo einer adeligen Familie erbaut und wird seit Ende des 19. Jahrhunderts als Hotel genutzt. Lauschig gelegen sind auch die Ladestationen in Andermatt. Hier kooperiert Elon Musk mit dem ägyptischen Baulöwen Samih Sawiris. Ein Tesla-Stromkasten steht beim Luxushotel «The Chedi».

Die Infrastruktur der Ladestationen ist wichtig: In der Schweiz gibt es bereits ein Netz von öffentlich zugänglichen Strom-Tankstellen, die sich vor allem auf grosse Städte wie Zürich und Basel konzentrieren und oft in der Nähe von Hotels gelegen sind. Tesla arbeitet an der eigenen Infrastruktur, auch um sich gegen Wettbewerber abzusetzen. Die hauseigenen Ladestationen sind für Tesla-Fahrer gratis.

Jungfrau als Krönung

Dabei könnten sich die Besitzer eine Tankfüllung durchaus leisten: An ein äusserst exklusives Klientel richten sich die Amerikaner auch in Interlaken. Zwei Tesla-Ladekasten stehen beim Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa. Das unter Denkmalschutz stehende Haus mit Blick auf das Jungfraumassiv ist eine Institution im Land und gehört zu den besten Adressen, die die Schweiz vorweisen kann. Auch hier muss tief ins Portemonnaie greifen, wer sich ein Zimmer leisten möchte.

Fast schön schäbig nimmt sich da die Ladestation am Brünigpass aus. Hier kooperiert Elon Musk mit dem Panoramahotel Brünig Kulm, eine – wie das Hotel selbst schreibt – urchige Stätte mit Zimmern, die auch weniger als 100 Franken pro Person kosten können.

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