Der US-Elekroautobauer Tesla hat einem Medienbericht zufolge deutsche Staatshilfe für die Batteriezellfertigung und -forschung in Deutschland beantragt. Es gehe um Subventionen des Bundes, berichtete das «Handelsblatt» am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise.

Das deutsche Wirtschaftsministerium teilte dazu mit, man könne noch keine Namen von Firmen nennen, die am zweiten europäischen Grossprojekt zur Batteriezellfertigung im Rahmen des Programms IPCEI beteiligt seien. Generell könnten auch aussereuropäische Unternehmen teilnehmen. Von Tesla war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

EU-Staaten wollen eine europäische Batterie

Das Wirtschaftsministerium arbeitet derzeit daran, ein zweites europäisches Grossprojekt zur Batteriezellfertigung anzuschieben. Die Zeitung berichtete, dass sich laut Ministerium 14 EU-Staaten an dem Vorhaben beteiligen, darunter neben Deutschland auch Polen und Tschechien. Es seien «mehr als 55 Unternehmen» eingebunden.

Am Montag wollten die Beteiligten bei einem Treffen im Ministerium die Notifizierung des Projekts bei der EU-Kommission vorbereiten. Wir wollen wettbewerbsfähige, innovative und umweltschonende Batteriezellen Made in Europe», sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem «Handelsblatt». «Dafür bündeln wir die Innovationskraft und das Potenzial unserer Unternehmen.»

Tesla baut Fabrik vor den Toren Berlins

Tesla will bisherigen Angaben zufolge im brandenburgischen Grünheide in der vollen Ausbaustufe pro Jahr 500’000 E-Autos für den Export nach ganz Europa bauen und dafür mehrere Milliarden Euro investieren. Der bisherige Zeitplan sieht vor, dass bereits 2021 die ersten E-Autos vom Band rollen.

Das von der Politik unterstützte Investitionsprojekt der Kalifornier stösst bei vielen Bewohnern der Region auf Skepsis und hat bereits Protest ausgelöst. Tesla-Chef Elon Musk mischte sich in die Debatte um Umweltschäden der Fabrik nahe Berlin ein. «Es sieht so aus, als ob wir ein paar Dinge klarstellen sollten», twitterte Musk.

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Tesla werde nicht pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigen. Dies sei womöglich in seltenen Situationen der Fall, aber keine tägliche Routine.

(reuters/mbü)