Elf Jahre nach der ersten Auslandsexpansion nach England wagt die Zürcher Vegi-Kette Tibits den Sprung nach Deutschland. Letzte Woche wurde in Darmstadt ein Tibits-Restaurant am neuen Hauptsitz von Alnatura eröffnet, wie Recherchen von «Blick» ergaben. 

Der Gründer der Biohandels-Kette Alnatura, Götz Rehn, sei auf die Schweizer zugekommen, sagt Tibits-Mitgründer Reto Frei auf Anfrage. Daraus sei eine Zusammenarbeit, basierend auf sehr ähnlichen Werten und dem Fokus auf Nachhaltigkeit, entstanden. Ob Tibits in Deutschland weiter expandiere, sei offen. «Das Restaurant in Darmstadt sehen wir als möglichen ersten Schritt», erklärt Frei.

Tibits kämpfte in London

Der auf vegetarische und pflanzliche Speisen spezialisierte Familienbetrieb biete in Deutschland Gerichte aus Bio-Lebensmitteln an, die sie teils von Alnatura und deren Lieferanten beziehe. Die bekannten Tibits-Gerichte stünden auch in Deutschland auf dem Menü. Im Dezember eröffnete Tibits in Lausanne seine erste Niederlassung in der Romandie.

Inklusive der zwei Restaurants in London existieren mit Darmstadt inzwischen 13 Tibits-Restaurants mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern. Die erfolgsgewohnte Kette tat sich anfänglich schwer mit der Positionierung in London. Dort galt vegetarisches und veganes Essen anfangs als Genussverzicht.

Migros nicht beteiligt

Der deutsche Bio-Händler Alnatura wurde 1984 gegründet. In der Schweiz betreibt die Migros-Genossenschaft Zürich Alnatura-Supermärkte. Migros verkauft hierzulande die Alnatura-Produkte exklusiv in ihren Supermärkten.

Laut Reto Frei arbeitet Tibits direkt mit Alnatura zusammen und hat keinen Bezug zur Zusammenarbeit zwischen Alnatura und Migros Zürich.

Tibits wurde 2000 von den Gebrüdern Frei und der Familie Hiltl, den Betreibern des ältesten vegetarischen Restaurants der Welt, gegründet. Alnatura erzielt mit 3150 Mitarbeitern einen Umsatz von 822 Millionen Euro (2017/18). 

Dieser Artikel wurde zuerst im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

www.blick.ch/wirtschaft
Placeholder
Anzeige