Der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, setzt auch in Zürich auf die Unterstützung von früheren Weggefährten. Für die Schweizer Grossbank hat er mit Pierre-Olivier Boueé und John Murray gleich zwei ehemalige Kollegen verpflichtet, mit denen er bereits beim Versicherer Prudential gerbeitet hat. Ein dritter hochkarätiger Manager könnte folgen.

Gleichzeitig mit dem Arbeitsbeginn des Nachfolgers von Brady Dougan startete auch Boueé Anfang des Monats als sogenannter Chief of Staff bei der Credit Suisse, wie eine Sprecherin der Bank gegenüber AWP bestätigte. Boueé war zuletzt Group Chief Risk Officer bei Prudential, wo Thiam CEO war. Und auch bei Aviva und McKinsey waren die beiden zeitgleich tätig.

Prudential-Kommunikationschef als Berater

Nun wurde zudem der frühere Prudential-Kommunikationschef Murray, der seinen alten Arbeitsplatz ebenfalls gekündigt hat, als Berater der Credit Suisse engagiert, wie die Sprecherin weiter sagte und damit einen Medienbericht des «Tages-Anzeiger» bestätigte. Er übernehme aber nicht den Job der CS-Kommunikationschefin Clarissa Haller, sondern solle diese von London aus unterstützen. Im Zeitungsbericht heisst es, es sei gut möglich, dass Murray «schon bald eine wichtige Rolle innerhalb der CS» einnehme. Ob dem so ist, wollte die Bank gegenüber AWP nicht kommentieren.

Auch ob Peter Goerkoe, ehemaliger Personalchef der Prudential, intern als neuer CS-Personalchef gehandelt werde - wie die «Handelszeitung» berichtete -, wollte die Sprecherin nicht sagen. Goerke ist Schweizer und war vor der Zeit beim britischen Versicherer als Personalchef der Zurich tätig. Er habe - kurz nachdem Thiam als neuer CS-CEO präsentiert wurde - bei Prudential gekündigt und sich ausserdem laut einem Insider jüngst eine Immobilie in der Schweiz gekauft, so der «Tages-Anzeiger».

Entmachtung der Dougan-Vertrauten?

Bankintern werde davon ausgegangen, dass Thiam zentrale Funktionen wie Marketing oder Human Resources in der Schweiz zentralisieren werde, heisst es im Bericht der Wochenzeitung wiederum weiter. Unter dem Amerikaner Brady Dougan waren diverse Funktionen in die USA ausgelagert worden. Gerechnet wird nun mit einer Entmachtung der Dougan-Vertrauten Pamela Thomas-Graham. Sie ist von New York aus unter anderem Chefin Marketing, Branding, Human Resources und leitet die vier Centers of Excellence, in denen Supportdienste wie die IT zusammengefasst sind.

In dieser Woche fand offenbar eine Sitzung der CS-Konzernleitung in New York statt, bei der die Mitglieder dem neuen Konzernchef aufgezeigt haben sollen, wie es mit ihrem jeweiligen Bereich weitergehen könnte. Der «Tages-Anzeiger» spekuliert, dass Thiam dem Verwaltungsrat bereits in einem Monat einen ersten Strategie-Entwurf präsentieren wird.

In der kommenden Woche steht jedoch zunächst erst einmal der Rapport zum bereits in der Vorgängerzeit abgelaufenen zweiten Quartal an.

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(awp/ccr)