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Unfall
Total-Chef stirbt bei Flugzeugabsturz

Christophe de Margerie am Wef: Der Total-Chef starb 63-jährig in Moskau.  Keystone

Der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist bei einem Flugzeugabsturz in Moskau ums Leben gekommen. Die Maschine des 63-Jährigen ist mit einem Schneepflug kollidiert.

Veröffentlicht am 21.10.2014

Bei einem tragischen Flugzeugunfall ist der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ums Leben gekommen. Die Maschine sei am späten Montagabend beim Start auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo bei Nebel mit einem fahrenden Schneepflug zusammengeprallt, teilten die russischen Behörden am Dienstag mit. Der Fahrer des Räumfahrzeug war offenbar betrunken. «Ärzten zufolge befand sich der Mann im Alkoholrausch», sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde am Dienstag der Agentur Interfax.

Bei dem Zusammenstoss starben alle vier Insassen des Flugzeugs, darunter der 63 Jahre alte Chef von Europas drittgrösstem Ölkonzern. Als wahrscheinlichste Ursache gelte menschliches Versagen, sagte Markin. «Warum sich der Fahrer des Schneeräumfahrzeugs entschieden hat, die Start- und Landebahn vor dem startenden Flugzeug zu überqueren, muss eine Untersuchungskommission klären», sagte ein Ermittler in Moskau. Der unverletzte Fahrer wurde am Dienstag festgenommen. Fluglotsen sollen als Zeugen vernommen werden. Russlands Vizeverkehrsminister Waleri Okulow sagte: «Für diese Schlamperei habe ich keine Worte.» Noch am Dienstag sollten drei französische Ermittler in Moskau eintreffen.

Kremlchef Putin spricht Beileid aus

In Paris reagierte Frankreichs Präsident François Hollande schockiert. De Margerie habe der französischen Industrie und der Entwicklung des Total-Konzerns sein Leben gewidmet, hiess es in einer Mitteilung. Er habe das Unternehmen auf weltweites Spitzenniveau geführt. Hollande würdigte de Margerie als unabhängigen Charakter mit origineller Persönlichkeit und Hingabe für sein Land.

Auch Kremlchef Wladimir Putin äusserte sein Beileid. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, de Margerie habe sich stets leidenschaftlich für den Ausbau der bilateralen Beziehungen eingesetzt. Moskauer Medien zufolge hatte sich der Total-Chef am Montag nahe der Hauptstadt mit Regierungschef Dmitri Medwedew getroffen, um über Investitionen zu sprechen.

Flugzeug ist ausgebrannt

Der Tod war in der Nacht vom Konzern in Paris bestätigt worden. Das Geschäftsreiseflugzeug vom Typ «Falcon 50» sei im Nebel beim Start mit Ziel Paris mit einem Schneeräumfahrzeug zusammengeprallt, hiess es zuvor von russischen Behörden. Die Sicht zum Unfallzeitpunkt habe 350 Meter betragen, teilte der Flughafen mit. Das Flugzeug sei ausgebrannt. Der Flugbetrieb sei kurzzeitig unterbrochen gewesen.

De Margerie arbeitete seit 1974 für das Unternehmen, aus dem später Total wurde, und war seit 2007 Firmenchef. Der Manager, wegen seines grossen Schnauzbarts auch «Big Moustache» genannt, war Vater von drei erwachsenen Kindern und gehörte mütterlicherseits zu den Nachkommen der mit Champagner und Luxushotels gross gewordenen Taittinger-Dynastie.

Stärkere Verbindung nach Russland

Total berief noch in der Nacht eine Krisensitzung am Unternehmenssitz im Geschäftsviertel La Défense am Rand von Paris ein. De Margerie hatte den Mineralölkonzern zuletzt stärker ins Geschäft in Russland gebracht, unter anderem durch ein gemeinsames Projekt in Sibirien mit dem russischen Konzern Lukoil. Ausserdem ist Total bei der Gasförderung auf der russischen Jamal-Halbinsel mit dabei. Ziel war, mehr von den grossen russischen Naturreserven zu profitieren.

 

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