Das letzte Kapitel um den Niedergang der Textilkette Charles Vögele ist geschrieben: Der italie­nische Modekonzern OVS schluckt die serbelnde Firma – für 56 Millionen Franken. Nicht wenige Aktionäre, darunter die Migros oder Tito Tettamanti, haben mit Vögele-Aktien viel Geld verloren.

Die Erben des Konzerngründers Charles Vögele (1923–2002) berührt das Drama kaum. Noch Mitte der neunziger Jahre zählte das Unternehmen zu den rentabelsten Vertretern der europäischen Modebranche. Vögele nutzte die Gunst der Stunde: 1997 verkaufte er die Aktien für 800 Millionen Franken an die britische Schroders. Diese brachte die Firma zwei Jahre danach an die Börse.

Alte Rennwagen und Superyachten

Mit dem Tod des Seniors bekommen seine Nachkommen Zugang zum Vermögen. Und sie auferlegen sich keine Zurückhaltung. Carlo Vögele (59) brettert mit teuren historischen Renn­wagen über die Strassen. Die ganze Familie wie auch die nächste Vögele-­Generation liebt alte Flitzer. Bereits Charles Vögele war ein begeisterter Freizeit-Autorennfahrer, er unterhielt mit der Charles Vögele Racing seinen ­eigenen Rennstall. Marco Vögele, den seine Exfrau mit Hilfe zweier Ganoven um 40 Millionen Franken zu erleichtern versuchte, haben es die Weltmeere angetan. Der 58-Jährige kreuzt mit seiner brandneuen, gras­grünen 33-Meter-Superyacht «Inouï» an Regatten auf.

Monica Vögele wandelt ebenfalls auf Vaters Spuren. Hat der Senior Kunst gesammelt und Künstler gefördert, so leitet seine Tochter das Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon SZ, das multidisziplinäre Ausstellungen zeigt. Das Zentrum wurde 1976 von Charles Vögele gegründet und steht heute im Besitz der Stiftung Charles und Agnes Vögele. Mit Kunst befasst sich auch Peter Vögele (53). Er steuert die ­Galerie Jürg Stuker in Bern, ein international aktives Auktionshaus für Kunst.

Einziges Übrigbleibsel aus besseren Modezeiten ist das – ebenfalls von Charles Vögele gegründete – Seedamm-Center in Pfäffikon. In der Familienfirma Seedamm-Immobilien achtet Witwe Agnes Vögele (80) darauf, dass alles beisammen­bleibt.

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