Bei der Grossbank UBS stehen offenbar weitere Stellenstreichungen bevor. Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones am Dienstagabend unter Berufung auf «mit der Sache vertraute Personen» schreibt, wird die Bank am Mittwoch ihre Mitarbeiter über rund 400 Stellenstreichungen im Bereich Investment Banking informieren.

Weitere Entlassungen könnten rasch folgen. Bei der Zahlenvorlage der UBS am kommenden Dienstag könnten diesbezüglich weitere Angaben erfolgen, heisst es weiter. Die Entlassungen seien etwa gleichmässig auf Nordamerika, Europa und Asien verteilt. Von der Massnahme betroffen sind den Angaben zufolge die Bereiche Fixed-Income-Trading, Equity Trading und Corporate Finance.

Auch das «Wall Street Journal» und die «Financial Times» berichten über den bevorstehenden Stellenabbau. Das «Wall Street Journal» nennt wie die Nachrichtenagentur die Zahl von 400 Mitarbeitern und die Information am Mittwoch. Ein Sprecher der Bank wollte zu diesen Gerüchten gegenüber der Nachrichtenagentur AWP keine Stellung nehmen.

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Machtkampf im Management

Die UBS hatte vor einem Jahr bekannt gegeben, sie wolle konzernweit 3500 Stellen abbauen, davon rund 1600 in der Investment Bank. Am Investors Day vom vergangenen November erhöhte das Management den geplanten Abbau in der Investment Bank um weitere 400 Stellen. Bei den nun spekulierten 400 Stellen könnte es sich also um die bereits angekündigten Streichungen handeln, die nun vollzogen werden, erklärte ein Marktbeobachter.

Die UBS steht wegen Berichten über einen grossen Jobabbau bereits mehr als einer Woche in den Schlagzeilen. Indiskretionen lassen laut Recherchen der «Handelszeitung» (aktuelle Ausgabe) auf einen harten Machtkampf im Management schliessen - im Zentrum: die Führungsschwäche von Konzernchef Sergio Ermotti, dem es nach einem Jahr im Amt noch immer nicht gelang, das Geschäftsmodell der Bank dem veränderten Umfeld anzupassen.

(aho/muv/tno/awp)