Die UBS hat im ersten Quartal fast 1 Milliarde Gewinn geschrieben und damit die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Möglich wurde dies sowohl durch die Investmentbank, welche die UBS derzeit stark verkleinert, als auch dank der Vermögensverwaltung, welche die UBS der Zukunft ausmachen soll.

Die Anleger zeigten sich erfreut: Die UBS-Aktie kletterte auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Das Papier der Grossbank gewann in einem festeren Markt zwischenzeitlich 7 Prozent an Wert. 

Die grösste Schweizer Bank verdiente zwischen Januar und März 988 Millionen Franken, wie sie am Morgen bekannt gab. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte die Bank etwas mehr, gut 1 Milliarde, verdient. Im Schlussquartal 2012 hingegen hatten wegen Strafen für frühere Manipulationen des Libor-Referenzinses 1,9 Milliarden Franken Verlust zu Buche gestanden.

Vor Steuern verdiente die UBS nun zwischen Januar und März 1,45 Milliarden Franken, nach 1,57 Milliarden im Vorjahr und einem Verlust von 1,84 Milliarden im Vorquartal. Analysten hatten gemäss der Finanznachrichtenagentur AWP einen Reingewinn von 510 Millionen Franken und einen Vorsteuergewinn von 687 Millionen Franken vorausgesagt.

Wegen tieferer Rückstellungen für Rechtsfälle und tieferer Personalkosten sank der Aufwand. Mit 6,08 Milliarden Franken lagen die Kosten unter dem Quartalsmittel vom Vorjahr, das die Bank mit 6,16 Milliarden Franken angibt. Im November hatte die UBS angekündigt, Neuausrichtung und Milliardeneinsparungen kosteten etwa 10'000 Stellen.

Starker Zustrom von Kundengeld

Die Investmentbank erreichte einen Vorsteuergewinn von 977 Millionen Franken (Vorquartal: -243 Millionen Franken, Vorjahr: 509 Millionen Franken). Das Geschäft lief in allen Bereichen gut, vor allem der Aktienhandel, den die UBS auch mit einer kleineren Investmentbank weiter betreiben will.

Die Vermögensverwaltung fuhr 664 Millionen Franken Vorsteuergewinn ein (Vorquartal: 398 Millionen Franken, Vorjahr: 923 Millionen Franken). Höhere Kundenaktivitäten, vor allem zum Jahresbeginn in Asien, verbesserten die Marge. Die amerikanische Vermögensverwaltung erreichte 251 Mio. Dollar Vorsteuergewinn (Vorquartal: 216 Millionen Franken, Vorjahr: 211 Millionen Franken) , allerdings bei einer etwas geschrumpften Marge.

Mit 24 Milliarden Franken nahm die UBS netto so viel Neugeld entgegen wie seit 2007 nicht mehr. Vermögen zog die Bank vor allem in den Schwellenländern und in Nord- und Südamerika an. Laut Konzernchef Sergio Ermotti macht die Bank aber auch in der Schweiz Fortschritte.

Der Umbau der Bank zu einem schwergewichtig als Vermögensverwaltung agierenden globalen Finanzhaus ist gemäss Ermotti auf Kurs. «Ich bin zufrieden mit den Resultaten», sagte er gegenüber Nachrichtenagenturen. Die Bank habe im ersten Quartal gezeigt, dass die Änderungen im Geschäftsmodell funktionierten.

Basel III und scharfe Schweizer Regeln

Der tiefgreifende Umbau der Bank geht aber weiter. «Es ist noch zu früh, um einen Sieg zu verkünden» sagte Ermotti. Der UBS-Chef bestätigte Angaben vom November, dass die Bank die Belegschaft auf rund 54'000 Stellen senken wolle.

Der Kapitaleinsatz für die Investmentbank und die Vermögensverwaltung sank deutlich. Mit dem Aufbau von Reserven, wie sie die Regulatoren seit der Finanzkrise in verschärfter Form verlangen, ist Ermotti zufrieden. Die UBS bezeichnet sich weiter als am besten kapitalisierte Bank ihrer Klasse.

Unter dem internationalen Regelwerk Basel-III hat die UBS derzeit ein Kernkapital von 10,1 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als Ende 2012. Hinsichtlich der sich stufenweise verschärfenden Schweizer Bestimmungen sei man den Anforderungen um sechs Jahre voraus, hiess es weiter.

(tno/chb/aho/sda/awp/reuters)

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