Die Formel 1 ist laut (auch wenn Puristen die zunehmende Klangveränderung harsch kritisieren…), schnell und eine Männer-Domäne. Mittendrin die Schweizer Grossbank UBS: Beim kommenden Grand Prix von Shanghai über Ostern zeichnet die Bank mit ihrem Logo sogar als Namensgeber für die Veranstaltung. Seit 2010 ist die Grossbank in der Formel 1 angekommen. Doch eigentlich wollte sie lange gar nicht dorthin.

Auf der Suche nach «gehobener» Sportart

Im April 2000 hat die UBS entschieden, die Formel 1 nicht weiter zu verfolgen, sagte ein Bank-Sprecher im Januar 2001 im «Bund». Schliesslich landete die UBS bei einem Segelteam namens «Alinghi» als Sponsor. Der damalige Entscheid gegen die Formel 1 und für die unbekannten Skipper rund um Ernesto Bertarelli sollte sich bekanntlich später für die Bank auszahlen – mit Zins und Zinseszins.

Die UBS entschied sich bewusst gegen die Formel 1, sagte Annemarie Meyer, damals Co-Head Sports Sponsorship bei der UBS, 2007 zur «Handelszeitung». Man habe eher eine «gehobene» Sportart bevorzugt. Zudem wäre man in der Formel 1 damals nur einer von vielen Sponsoren gewesen – offensichtlich fehlte die Exklusivität. 

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Damals war der Alinghi-Hype schon gut vier Jahre am Laufen. 2003 haben am TV 2,9 Milliarden Menschen das UBS–Logo auf den Alinghi-Segeln zum Sieg fahren sehen. Ein Glücksfall für die Grossbank. Vier Jahre später – beim zweiten Sieg – war die Schweiz eine «Segler-Nation», Alinghi in aller Munde und rund 270'000 Alinghi/UBS-Mützen zierten Schweizer Köpfe. Das Engagement in Valencia kostete die UBS gegen 90 Millionen Franken.

Im Inland konnte die Bank die Begeisterung für die Könige der Segler bestens nutzen. Auch weltweit war der Schriftzug der Bank an den Segeln wieder in allen Zeitungen und TV-Stationen sichtbar. Die Formel 1 war weit weg.

«Nur noch einer von vielen»

Doch der Sonnenglanz verblasste bald. Die Finanzkrise und das eigene Wirtschaften machten die UBS zum Buhmann der Nation. Die Krise zwang zum Umdenken – auch im Sponsoring.

Seit 2010 sponsert die Bank die Rennserie mit geschätzt jährlich rund 50 Millionen Franken – zudem ist die UBS Hauptsponsor des Osterrennens der Formel 1 in China. Eine Investition, die den Erfolg der Bank in der asiatischen Region abbildet. Nirgendwo sonst sammelt die Bank mehr vermögende Privatkunden ein.