Die UBS hat im ersten Quartal von der guten Entwicklung an den Finanzmärkten profitiert und mehr verdient als im Vorjahr. Der Quartalsgewinn stieg um 14 Prozent zum Vorjahr. Ein noch besseres Ergebnis wurde indes durch einen Verlust im Zusammenhang mit dem US-Hedgefonds Archegos verhindert.

Nun also auch die UBS: Wie bereits im Markt spekuliert, ist die grösste Schweizer Bank von der Pleite des US-Hedgefonds Archegos ebenfalls in Mitleidenschaft betroffen. Der Verlust ist mit 774 Millionen US-Dollar beträchtlich, allerdings deutlich geringer als die insgesamt 5 Milliarden bei der Credit Suisse. Den Reingewinn der UBS schmälerte der Zusammenbruch von Archegos noch um 434 Millionen Dollar.

Konzernchef Ralph Hamers zeigte sich in einer Mitteilung vom Dienstag «tief enttäuscht» über diesen Verlust in den USA. «Wir nehmen dies sehr ernst», wird Hamers zitiert. Die Bank führe nun eine detaillierte Prüfung der entsprechenden Prozesse im Risiko-Management durch und ergreife geeignete Massnahmen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden. Auf die Kapitalisierung der Bank hatte der Verlust allerdings keinen allzu negativen Effekt: die harte Kernkapitalquote stieg gar leicht an auf 14,0 Prozent.

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Auflösung von Rückstellungen

Trotz des grossen Archegos-Verlusts erzielte die UBS in der Periode von Januar bis März einen Reingewinn von 1,82 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern betrug der Gewinn 2,30 Milliarden gegenüber 2,01 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum. In diesem Ergebnis enthalten ist auch eine Auflösung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken, die letztes Jahr wegen der Corona-Pandemie gebildet wurden.

Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit nicht ganz erreicht, was angesichts des Verlustes in den USA allerdings nicht überrascht.

Erträge gestiegen

Die gute Investorenstimmung und die jüngste Konjunkturerholung lassen sich auch bei den Erträgen ablesen, die um 10 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar zulegten. Bei Aufwendungen von 6,4 Milliarden ergibt sich eine Cost-/Income-Ratio von 73,8 Prozent. Diese für Banken wichtige Kennzahl war damit besser als der eigene Zielwert von 75 bis 78 Prozent.

Alle Kundensegmente hätten rekordhohe Aktivitäten verzeichnet, heisst es. Das Global Wealth Management und damit das Kerngeschäft der Bank habe den Gewinn in allen Regionen gesteigert. Die dort verwalteten Vermögen (AuM) nahmen gegenüber dem Vorquartal um 3 Prozent auf 3108 Milliarden Dollar zu.

Davon waren 1328 Milliarden sogenannte gebührengenerierende Vermögenswerte. Dies ist eine neue Kennzahl, im Gegensatz zu den sonst üblichen verwalteten Vermögen. Der Nettozufluss wird neu ebenfalls nach dieser neuen Berechnungsweise ausgewiesen: es waren 36,2 Milliarde US-Dollar, wozu alle Regionen beigetragen hätten, wie es heisst.

Investment Bank stark rückläufig

Das Ergebnis der Investment Bank wurde hingegen durch den dort verbuchten Archegos-Verlust in die Tiefe gerissen: Es sank um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf noch 412 Millionen US-Dollar. Allerdings gab es auch dort Bereiche wie etwa Equity Capital Markets, die florierten.

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Das Schweiz-Geschäft (P&C-Banking) steigerte den Gewinn zwar um 11 Prozent auf 358 Millionen Franken, was allerdings hauptsächlich an der Auflösung von Rückstellungen sowie einem Bewertungsgewinn im Zusammenhang mit der Schweizer Börse SIX zusammenhing. Die Erträge aus Kreditkarten- und Devisentransaktionen waren derweil wegen Corona bzw. dem zweiten Shutdown weiterhin rückläufig.

Die vierte Division, das Asset Management (AM), brillierte im Berichtsquartal. Mit der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden steigerte die UBS die Erträge um knapp ein Viertel, der Gewinn nahm gar um 45 Prozent auf 227 Millionen US-Dollar zu. Hier wurden Nettoneugeld-Zuflüsse von 26,2 Milliarden verbucht.

Zurückhaltender Ausblick

Im Ausblick auf das laufende Jahr gibt sich die Bank vorsichtig. Die hartnäckig hohe Zahl der Covid-19-Infektionen und Hospitalisierungen sowie Lockdowns und ähnliche Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie verstärkten die Sorgen darüber, wie stark und wie lange einzelne Sektoren noch unter den Pandemiefolgen leiden werden, schreibt die Bank.

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Zudem dürfte im zweiten Quartal eine saisonal bedingt schwächere Kundenaktivität die Ertragslage beeinflussen. Die Bank sei aber weiterhin «gut aufgestellt», um nachhaltigen Wert zu schaffen.

Wie viele Jobs gehen verloren?

Der neue UBS-Konzernchef Ralph Hamers hat sich bis 2023 Einsparungen von brutto rund einer Milliarde Dollar vorgenommen.Die Bank wolle unter anderem Prozesse straffen und auch Stellen an günstigere Standorte verschieben. Wieviel Jobs gestrichen würde, konnte ein Firmensprecher am Dienstag nicht sagen.

Das eingesparte Geld solle in Wachstumsprojekte investiert werden. Dazu gehöre die Informatik. Im Verlauf des Jahres stelle Hamers zudem schrittweise weitere Elemente seiner Strategie vor. Mit den Jahreszahlen 2021 wolle das Institut auch überarbeitete Finanzziele vorlegen.

(reuters/awp/tdr)

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