LONG-SHORT-FONDS. Die 130/30-Strategien basieren auf der These, dass mithilfe einer Lockerung der Long-Only-Beschränkung ein höheres Alpha generiert werden kann. Portfoliomanager, die einen Long-Only-Ansatz verfolgen, sehen ihren Handlungsspielraum darauf beschränkt, in überbewerteten Titeln eine untergewichtete oder keine Position zu halten. Long-Short-Manager hingegen verfügen über weit mehr Möglichkeiten, ihre Anlagethese umzusetzen, da sie umfangreiche Short-Positionen eingehen können. Die Grösse der Positionen ist insofern von Bedeutung, als viele in Aktienindizes enthaltene Titel für sich gesehen nur einen kleinen Anteil des Gesamtindex ausmachen.

So können in einem Long-Only-Fonds beispielsweise 85% der im MSCI Europe Index enthaltenen Aktien um maximal 0,26% untergewichtet werden, da die Untergewichtung nicht grösser ausfallen kann als die Gewichtung des Titels in der Benchmark. Wenn diese Long-Only-Beschränkung also gelockert und Leerverkäufe ermöglicht werden, erhält der Portfoliomanager beim Portefeuilleaufbau mehr Spielraum für die Erschliessung zusätzlicher Alphaquellen.Eine nähere Betrachtung der verschiedenen Anlagestrategien im Bereich 130/30 zeigt, dass deren Kauf- und Verkaufsentscheidungen meist auf quantitativen Modellen beruhen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90% aller 130/30-Fonds nach einem quantitativen Ansatz verwaltet werden. Im Grossen und Ganzen stützen sich alle quantitativen Manager auf dieselben Daten, nehmen ein Backtesting vor und gehen Faktorpositionen ein. So überrascht es nicht, dass viele dieser Portefeuilles starke Ähnlichkeiten aufweisen: Was zählt, sind die Faktoren Momentum, Ertragsqualität und Bewertung. Entsprechend hat sich während gewisser Marktszenarien herausgestellt, dass die Korrelation zwischen den quantitativen Managern deutlich höher war als bisher angenommen.

Fundamentalanalyse

Es gibt aber auch Anbieter, die sich bei der Verwaltung von 130/30-Fonds auf einen fundamentalen Ansatz stützen. Das bedeutet, dass das Alpha aus der Fundamentalanalyse von Einzeltiteln geschöpft wird. Daher dürfte das Renditeprofil dieser Strategie von jenem der quantitativen Manager abweichen. Zudem dominieren nicht ein oder zwei Risikofaktoren das Gesamtrisiko des Portefeuilles. Entsprechend hängen fundamental verwaltete Fonds weniger von der Entwicklung einzelner Faktoren ab.Das Risiko der 130/30-Portefeuilles von UBS entspringt primär der Titelauswahl und sekundär der Über- und Untergewichtung der verschiedenen Sektoren. Die Faktorrisiken sind gering. So kommt es, dass sich starke Veränderungen auf Faktorebene in den nach fundamentalen Kriterien verwalteten Fonds kaum niederschlagen. Entsprechend verhalten sich solche Strategien anders als jene, die auf einem Computermodell beruhen. Angesichts dieser Tatsache stellt der fundamentale Verwaltungsansatz eine attraktive Diversifikationsmöglichkeit gegenüber anderen 130/30-Strategien dar. In solchen «fundamentalen» 130/30-Fonds können zur Generierung von Alpha beispielsweise drei Hauptstrategien eingesetzt werden. Dabei gehen die Fondsmanager in den am deutlichsten unterbewerteten Titeln Long-Positionen ein – in den klar überbewerteten Aktien hingegen Short-Positionen. Daneben kommen Pair Trades zum Einsatz, in deren Rahmen ein unterbewerteter Valor gekauft und ein damit korrelierender überbewerteter Titel leer verkauft wird. Pair Trades ermöglichen auch eine isolierte Position in einem bestimmten Unternehmen, ohne gleichzeitig in der Branche engagiert zu sein.Basis der Investmententscheide sollte ein solides Research sein. Hier muss in die Tiefe gegangen werden, um mittels konventioneller und unkonventioneller Quellen konzise Informationen über die untersuchten Unternehmen zu erhalten. Dabei muss nicht nur mit den Unternehmen, sondern auch mit deren Lieferanten, Konkurrenten und mit anderen Branchenexperten gesprochen werden.Dieses Fundamentalresearch kann die Voraussetzung für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung sein. Ein Vergleich mit dem MSCI USA zeigt, dass die fundamentale 130/30-Strategie von UBS Global Asset Management am Beispiel des UBS US Equity Alpha Composite eine bessere Wertentwicklung seit Lancierung erzielt hat. Die Integration von Short Sales im Vergleich zu dem Long Only Fonds UBS Key Selection US Equities hat sich über diesen Zeitraum ebenfalls bewährt: Die gezeigte Performance ist «gross-of-fees». Diese Angaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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Schweizer Aktienmarkt

UBS bietet fundamentale 130/ 30-Strategien für US-amerikanische, europäische und asiatische Aktien an. Daneben steht institutionellen Anlegern eine Palette an UCITS-konformen Fonds mit Domizil in Luxemburg zur Verfügung. An einigen europäischen Wholesale-Märkten kann bereits über einen 130/30-Fonds von UBS in US-Aktien investiert werden. Gleichzeitig wird das Angebot an Anlagefonds auf Asien, Europa und die Schweiz ausgeweitet. Ganz besonders interessant für eine 130/30-Strategie ist der Schweizer Aktienmarkt. Da dieser über wenige sehr grosse und zahlreiche kleine und mittelgrosse Titel verfügt, sind diese Titel quasi prädestiniert für eine 130/30-Strategie.