Geschäftsflächen dürften weiterhin gefragt sein. Die UBS begründet die guten Aussichten mit einer stabilen Binnennachfrage und dem robusten Arbeitsmarkt in der Schweiz.

Dagegen rechnet die Bank in diesem Jahr mit einer Fortsetzung des negativen Trends bei den Verkaufsflächenmieten. In den kommenden Quartalen könnte sich das den Markt stützende Beschäftigungswachstum zudem verlangsamen.

Wohnliegenschaften rentieren besser als Geschäftsflächen

Tendenziell seien die Aussichten für den Büro- und Industrieflächenmarkt besser als für den Verkaufsflächenmarkt, der weiterhin mit der Konkurrenz des Online-Handels kämpft. Auch im Vergleich zu Wohnimmobilien dürften sich Büros und Industrieflächen aber behaupten, denn der Wohnimmobilienmarkt schwächele, weil steigende Leerstände die Angebotsmieten unter Druck setzten. Allerdings machten sich auch bei den Angebotsmieten für Büro- und Industrieflächen eine schwächere Konjunktur und steigende Leerstände mit einem geringeren Nachfragewachstum negativ bemerkbar.

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Über die vergangenen fünf Jahre haben Geschäftsflächen gemäss der UBS knapp 13 Prozent weniger rentiert als Wohnliegenschaften, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Grossbank. Auch im vergangenen Jahr erzielten Wohnliegenschaften mit 7,1 Prozent die höchsten Renditen. Büroliegenschaften warfen mit 6,5 Prozent aber nur geringfügig weniger ab, dicht gefolgt von Industrieflächen mit 5,8 Prozent. Deutlich weniger rentabel waren hingegen Verkaufsflächen mit 3,5 Prozent und Hotels mit 3,4 Prozent.

Mieten für Verkaufsflächen weiter unter Druck

Bei den Verkaufsflächen erwartet die Bank auch in diesem Jahr eine Fortsetzung des negativen Trends bei den Verkaufsflächenmieten. Eine leichte Beschleunigung der Privatkonsumausgaben werde nicht ausreichen, um den negativen Einfluss unter anderem von Onlinehandel und Einkaufstourismus wettzumachen. Zudem dürfte sich das Überangebot kaum reduzieren. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Baugesuche deutet sogar auf eine Beschleunigung der Bautätigkeit im Verkaufsflächenmarkt hin.

Auch die Einkaufzentren konnten sich der schwierigen Marktsituation nicht entziehen. Die Flächenproduktivität (Umsatz pro Quadratmeter) sei durchschnittlich etwa 3 Prozent tiefer als 2015 und 10 Prozent tiefer als 2010. Dennoch sei das Vorjahr relativ gut gewesen. Die Flaute in der Neubautätigkeit von Einkaufszentren, Umbaumassnahmen sowie die Anpassung des Angebots an neue Konsumgewohnheiten und an das erlebnisorientierte Einkaufen hätten geholfen.

In den Bahnhofseinkaufszentren ist die Flächenproduktivität mit durchschnittlich rund 25'000 Franken pro Quadratmeter am höchsten und stieg seit 2015 mit 10 Prozent auch am stärksten. Die Quartierzentren hingegen schnitten deutlich schwächer ab. Durchschnittlich wird die Flächenproduktivität schweizweit mit 7000 Franken je Quadratmeter angegeben.

Hotelsterben geht weiter

In den letzten fünf Jahren schlossen gemäss UBS-Angaben rund 400 Betriebe ihre Pforten - ein Minus von gut 8 Prozent. Über die letzten zehn Jahre waren es kumuliert sogar mehr als 13 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Logiernächte in der letzten Dekade um rund 4 Prozent an. Die noch geöffneten Hotels profitierten und ihre Bettenauslastung verbesserte sich. Der Start ins Jahr 2019 hingegen war holpriger und brachte im Vorjahresvergleich etwas weniger Übernachtungen mit sich.

Dabei erholten sich die Touristenzahlen in den Bergregionen in den vergangenen drei Jahren. Die Logiernächte und die Bettenauslastung nahm in grossen Teilen der Berner und Walliser Alpen sowie im Kanton Graubünden stärker zu als im Schweizer Durchschnitt. In den städtischen Regionen Zürich und Bern machte sich jedoch eine Marktsättigung bemerkbar.

(awp/tdr)