Dem globalen Finanzsektor geht es schlecht: Mehr als die Hälfte aller Institute weltweit kann die Kapitalkosten nicht herausholen – sie verlieren letztlich Geld. Zu diesem Schluss kommt die Beratungsgesellschaft McKinsey in einem neuen Bericht.

Eine anhaltende wirtschaftliche Flaute mit tiefen oder negativen Zinsen könnte manche dieser Institute die Existenz kosten. Und die technologische Entwicklung setze die Banken zusätzlich unter Druck: Fintechs und andere Technologiekonzerne drängen ins Finanzgeschäft und machen den Banken das Geschäft streitig.

Was zählt, ist die Grösse

Was unterscheidet profitable von unprofitablen Instituten? Zusammengefasst sind es Geographie, Grösse, Einzigartigkeit und Geschäftsmodell. Laut McKinsey lassen sich Banken in vier Kategorien einteilen:

Die Marktführer: Dazu zählen rund zwanzig Prozent aller Institute. Sind sind in attraktiven Märkten tätig, etwa in Nordamerika, und haben eine starke Marktposition. Für sie gilt es, ihr Kapital und ihre Ressourcen intelligent zu investieren.

Die Widerstandsfähigen: In diese Kategorie fallen weitere fünfundzwanzig Prozent. Diese Institute sind führend in schwierigen Märkten – beispielsweise in Westeuropa. Sie sollten neue Arten von Kunden gewinnen und zusätzliche Produkte anbieten.

Die Unscheinbaren: Diese rund zwanzig Prozent aller Banken haben zu wenig Gewicht und sind schwächer als Konkurrenten, obwohl sie in attraktiven, dynamischen Märkten zu Hause sind. In einem wirtschaftlichen Abschwung droht ihnen Gefahr: Sie müssen möglichst rasch ihr Geschäft erweitern, neue Geschäftsmodelle entwickeln und die Kosten herunterfahren.

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Die Bedrohten: 35 Prozent der Institute sind zu klein und zugleich in schwachen Märkten aktiv. Ihr Geschäftsmodell funktioniert nicht, und sie sind akut bedroht. Um eine Krise zu überstehen, müssen sie eine Fusion mit einer ähnlichen Bank oder einen Verkauf und die Aufgabe der Selbständigkeit ins Auge fassen.

(mbü)