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Volkswagen übernimmt restliche Anteile an Porsche

Nun ist die Übernahme abgeschlossen. (Bild: Keystone)

Volkswagen und Porsche haben ihren seit langem geplanten gemeinsamen Autokonzern geschaffen.

Veröffentlicht am 01.08.2012

 

Nach der Hängepartie um den Einbau des kompletten Sportwagengeschäfts übernahm VW nun die restlichen 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG, wie das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte.

Bisher gehörten VW 49,9 Prozent. Anfang Juli hatten die einstigen Rivalen angekündigt, bis zum 1. August zusammengehen zu wollen. Für das Geschäft zahlt Volkswagen rund 4,49 Milliarden Euro.

Mit dem Komplettverkauf der Porsche AG ergebe sich im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu 7 Milliarden Euro, hatte die Porsche Automobil Holding SE am Dienstag in Stuttgart mitgeteilt. Das Unternehmen erwartet daher einen Jahresgewinn «im hohen einstelligen Milliarden-Eurobereich». Volkswagen will das Porsche-Sportwagengeschäft zum 1. August übernehmen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Porsche SE (PSE) bereits gut verdient - Bilanzierungsvorschriften schmälerten den Gewinn aber erheblich. Unter dem Strich blieben 1,15 Milliarden Euro - nach 149 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf das Ergebnis drückten erneut die gegenseitig mit Volkswagen eingeräumten Kaufrechte für den zweiten Teil des reinen Porsche-Sportwagengeschäftes aus der Porsche AG.

Teilweise zur Schuldentilgung

Für den Verkauf des Sportwagengeschäfts an Volkswagen streicht die PSE 4,46 Milliarden Euro und eine neue VW-Stammaktie ein. Wie die Holding mitteilte, will sie mit einem Teil der Summe ihre Schulden bei den Banken tilgen. Derzeit steht die PSE dort mit 2 Milliarden Euro in der Kreide.

Der Porsche-Konzern profitiert durch den Verkauf aber nicht nur einmal: Die Holding lebt als Beteiligungsgesellschaft auch von den Dividenden ihrer anteiligen Werte an der VW AG - diese wiederum könnten durch die Fusion mit der Porsche AG beflügelt werden.

Mit dem Zusammenschluss könnten beide im operativen Geschäft «Synergien früher heben und einfacher zusammenarbeiten», erklärte die PSE.

Um neue Geschäftsfelder aufzutun, änderte die PSE bereits Mitte Juni ihre Satzung: Künftig kann sie beispielsweise mit Rohstoffen handeln, Wind- oder Solarenergie erzeugen oder im grossen Stil ins Immobiliengeschäft einsteigen.

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