Volkswagen will mit dem Börsengang von Porsche bis zu 9,4 Milliarden Euro aufbringen. Der IPO des Sportwagenherstellers könnte damit eine der grössten europäischen Notierungen seit über zehn Jahren sein. 

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten peilt Volkswagen nur noch eine Bewertung von 70 Milliarden bis 75 Milliarden Euro an. Das frühere Maximalziel lag bei 85 Milliarden Euro. Der europäische IPO-Markt liegt in diesem Jahr danieder. Angesichts der Energiekrise, steigender Zinsen und Rekordinflation scheuen sich Unternehmen vor neuen Börsengängen. In den USA hat unlängst Intel die Erwartungen für ihren Mobileye-Börsengang gesenkt. 

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Qatar Investment Authority und norwegischer Staatsfonds an Bord

Auftrieb erhält der Porsche-IPO durch gewichtige Ankerinvestoren: Wie Volkswagen mitgeteilt hat, werden die Qatar Investment Authority, der norwegische Staatsfonds sowie T. Rowe Price und ADQ Vorzugsaktien im Wert von bis zu 3,7 Milliarden Euro zeichnen. Die Angebotsfrist beginnt am 20. September. Der Handelsstart soll am 29. September erfolgen.

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Der Börsengang bietet den Anlegern nicht nur einen Anteil an einem der bekanntesten Namen in der Automobilbranche. Er gibt auch der Familie Porsche-Piech erhebliche Entscheidungsbefugnisse zurück. Vor mehr als zehn Jahren hatte sie nach einem langwierigen Übernahmekampf mit VW die Kontrolle über den Sportwagenhersteller verloren.

Bedenken wegen verschachtelter Struktur wie bei VW

Um den Interessen der Milliardärsfamilie Rechnung zu tragen, die über die separat notierte Porsche Automobil Holding 53 Prozent der stimmberechtigten VW-Aktien hält, ist der Porsche-Börsengang komplex und hat Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung ausgelöst, die sich mit denen über die verschachtelte Struktur von VW decken.

Anleger können 25 Prozent der Porsche-Vorzugsaktien zeichnen, womit sie jedoch keine Stimmrechte erhalten. Die Familie wird 25 Prozent plus eine stimmberechtigte Stammaktie von Porsche erwerben. Damit erhält sie eine Sperrminorität und Einfluss auf künftige wichtige Entscheidungen. Die Familie hat sich bereit erklärt, einen Aufschlag von 7,5 Prozent auf die Preisspanne für die Vorzugsaktien zu zahlen. Sie will die Übernahme mit einer Mischung aus Fremdkapital von bis zu 7,9 Milliarden Euro und einer von VW ausgeschütteten Sonderdividende finanzieren.

(bloomberg/sda/gku)