Volkswagen-Chef Herbert Diess stärkt die Rolle seines neuen Forschungs- und Entwicklungschefs Markus Duesmann. Die Oberklasse-Tochter Audi, die vom 1. April an vom ehemaligen BMW-Manager Duesmann geführt wird, soll zur Speerspitze in der Forschung und Entwicklung auch für die anderen Marken im VW-Konzern werden.

«Angesichts der hohen Veränderungsdynamik in der Industrie bündeln wir unsere Kräfte im Konzern und stellen uns wettbewerbsfähig für die Zukunft auf», sagte VW-Chef Diess, der auch Aufsichtsratschef von Audi ist, am Freitagabend. Audi soll zugleich von der Börse genommen werden. Volkswagen lässt sich das mehr als 125 Millionen Euro kosten.

Volkswagen gehören schon 99,64 Prozent an Audi. Die übrigen Anteile liegen vor allem bei Spekulanten, die auf eine lukrative Abfindung gesetzt und den Kurs der Audi-Aktie damit so weit nach oben getrieben haben, dass der Börsenwert der VW-Tochter bei 35 Milliarden Euro liegt. VW will sie gegen eine Zwangsabfindung nun aus dem Unternehmen drängen.

Wie hoch sie ausfällt, liess der Wolfsburger Autobauer offen. Sie richtet sich aber nach dem durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen Monate. Audi solle als eigenständige Aktiengesellschaft erhalten bleiben, betonte VW

Diess hatte seinen ehemaligen BMW-Kollegen Duesmann schon 2018 aus München abgeworben, sein bisheriger Arbeitgeber gab ihn aber erst im Herbst 2019 für die Konkurrenz frei. Er soll den Audi-Slogan «Vorsprung durch Technik» wieder mit Leben erfüllen. Audi werde bei VW «schnell die technische Führung übernehmen», gab Diess sich zuversichtlich. 

(reuters/dhü)