In Basel geraten die Luxusdetailhändler Globus und Grieder aneinander. Vergangene Woche kündigte Globus an, während des gross angelegten Umbaus seines Basler Warenhauses, der ab 2022 mehrere Jahre dauern wird, in eine benachbarte Liegenschaft umziehen zu wollen. In dieser ist heute der Luxusmode-Retailer Grieder einquartiert.

Gar keine Freude an diesen Plänen hat aber offenbar Grieder, beziehungsweise dessen Eigentümerin Brunschwig Group, wie die Zeitung «BZ Basel» berichtet. Grieder räume das Feld nicht etwa freiwillig, sondern werde von der Hauseigentümerin aus der Liegenschaft geworfen, um für Globus Platz zu machen. Eigentümerin der Liegenschaft ist die Zürcher SF Urban Properties AG.

Flächenstreit der Grossanbieter

Beim Flächenstreit zwischen Grieder und Globus geht es nicht um kleine Brötchen. Das 1901 erbaute Globus-Warenhaus am Basler Marktplatz wird während vier Jahren hinter den historischen Fassaden quasi neu gebaut und wird so zu einem ersten Flagship-Projekt der neuen Eigentümer Signa und Central Group.

50 der 150 Stellen fallen während dieser Zeit weg, die anderen Angestellten sollen im Provisorium weiterbeschäftigt werden.

Konfrontation an der Basler Eisengasse: Rechts Grieder, links Globus.

Links Globus, rechts Grieder. Die Eisengasse beim Basler Marktplatz. 

Quelle: Michael Heim

Medienberichten zufolge investiert Globus einen dreistelligen Betrag in den Umbau. An solchen Projekten sollen sich auch die grossen Luxusbrands beteiligen, wie Globus-Chef Vittorio Radice vergangenes Jahr in einem Interview mit der «Sonntags-Zeitung» sagte. Insgesamt plante Globus damals, rund 300 Millionen Franken in seine Läden zu investieren.

An erster Stelle stand damals das Globus-Flaggschiff in Zürich, firmenintern «G1» genannt. Der Umbau begann im Frühling 2021, gemäss dem «Tages-Anzeiger» sei es dabei Corona-bedingt zu Verzögerungen gekommen. Spätestens in der ersten Novemberhälfte soll «G1» dann aber in neuem Glanz erstrahlen.

Rückzugsgerüchte dementiert

Auch die Grieder-Boutique, die dafür weichen soll, ist keine kleine Filiale. Der Basler Laden erstreckt sich über drei Etagen. Zuletzt umgebaut wurde das Haus 2008. Seit damals läuft das ehemalige Modehaus «Merkur» unter dem Brand Grieder.

Allerdings machten in Basel offenbar immer mal wieder Rückzugsgerüchte die Runde, wie die «BZ Basel» schreibt. Diese habe Grieder-Eigentümerin Brunschwig Group jedoch «gebetsmühlenartig» dementiert.

Fakt ist, dass der Mietvertrag für die Liegenschaft erneuert werden müsste. Dabei habe die bisherige Mieterin darauf verzichtet, die «vertraglich vereinbarte Option für eine Verlängerung um fünf Jahre auszuüben», wird die Hausbesitzerin zitiert.

Brunschwig erwägt rechtliche Schritte

Eine Sprecherin von Brunschwig hingegen sagt, man habe während Monaten über die Verlängerung verhandelt. Am Ende seien nur noch «technische Planungsfragen» offen gewesen. Dem Vernehmen nach erwägt Brunschwig nun rechtliche Schritte.

Für die beiden Brands geht es letztlich um die Präsenz in Basel. Eines der beiden Unternehmen wird die zentrale Lage mitten im Stadtzentrum verlieren. Dass die Hausbesitzerin eine Zwischennutzung von Globus der Verlängerung des bestehenden Mietvertrags vorzieht, sagt einiges über die Zustände im Detailhandel aus.

(hec/ag)