Zweimal wurde die Raiffeisenfiliale in Adliswil letztes Jahr überfallen. Vor Gericht muss sich deswegen ein Kosovare verantworten. Überführt wurde er durch die DNA an einem Handschuh. Doch diese Überfälle sind nur zwei unter vielen. Denn Raiffeisenbanken werden häufig von Räubern heimgesucht. Von insgesamt 17 Überfällen in diesem Jahr traf es fünf Mal Raiffeisen – damit ist die Bank am stärksten betroffen.

Das mag zum einen am engen Netz der Genossenschaftsbank mit 1015 Filialen ­liegen. Die UBS hat im Vergleich nur rund 300 Standorte in der Schweiz. Zum anderen pflegt die Raiffeisenbank den Kundenkontakt wie kaum eine andere: Offene Schalter ohne Panzerglas gehören seit bald 20 Jahren zum Standard. Der barrierefreie Austausch zwischen Kunden und Angestellten kommt so auch manchem Räuber zugute. Dazu liegen viele Filialen in ländlichen ­Regionen, wo eine schnelle Flucht besser möglich ist als am Paradeplatz in Zürich.

Schweizweit sind Banküberfälle leicht rückläufig; 2012 gab es 41, vor zwei Jahren 39 und im Vorjahr 32. So verhalte es sich auch bei der Raiffeisenbank, sagt Sprecher Franz Würth. «Der Anteil betroffener Raiffeisenbanken ist in den letzten Jahren gesunken: von rund 50 Prozent auf unter ein Drittel.»

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