Die Bankenlandschaft in der Schweiz verändert sich. Von Jahr zu Jahr werden es weniger Institute. Im vergangenen Jahr waren hierzulande 248 Banken aktiv – fünf weniger als 2017. Vor zehn Jahren gab es noch 327 Finanzinstitute und rund 136'000 Beschäftigte in der Branche. Heute arbeiten nur noch knapp 109'000 Menschen im Finanzsektor.

Daran ändert auch nichts, dass die Gewinne zuletzt wieder deutlich gestiegen sind. Denn immerhin können die Schweizer Banken wieder etwas aufatmen: Im vergangenen Jahr steigerten die meisten Finanzinstitute ihre Gewinne um fast 20 Prozent gegenüber 2017 – auf insgesamt 11,5 Milliarden Franken. 

Gleichzeitig haben sich innerhalb eines Jahres auch die addierten Verluste mehr als verdoppelt: 32 Banken fuhren Verluste von 1,3 Milliarden Franken ein. Dies geht aus dem dem Jahres bericht der Schweizerischen Nationalbank «Die Banken in der Schweiz 2018» hervor.

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Trotz dieser Gewinnzuwächse – wobei das Niveau von vor der Finanzkrise auch zehn Jahre später nicht erreicht ist – geht der Stellenabbau in der Branche weiter. 

2008-2018: Ein Viertel weniger Banken 

Dabei lohnt sich ein Rückblick: Innerhalb von zehn Jahren sind fast ein Viertel der Banken verschwunden. Fast 25'000 Stellen fielen weg: Heute hat die Branche fast 20 Prozent weniger Beschäftigte als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Dabei geht der Stellenabbau seit Jahren vor allem auf das Konto der Grossbanken. 

Der Blick weitere zehn Jahre zurück zeigt allerdings, dass der Bankensektor sich nicht erst seit der Finanzkrise verändert. Umstrukturierungen prägten die Branche auch Ende des vergangenen Jahrhunderts. So gab es 1998 zwar noch 376 Banken.

Der Schwund war sogar noch grösser als heute: Allein innerhalb eines Jahres verschwanden damals 18 Institute infolge von Übernahmen und Schliessungen. Prominentestes Beispiel: Die Fusion der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) und des Schweizerischen Bankverein zur heutigen UBS

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Massiver Stellenabbau seit der Finanzkrise

Rund 119'000 Angestellte hatte der Bankensektor 1998 – bevor der Personalbestand in den folgenden zehn Jahren stark anstieg auf mehr als 135'000 im Jahr 2008.

Dem Stellenaufbau setzte die Finanzkrise ein jähes Ende – seither wurde massiv abgebaut: Heute gibt es sogar weniger Banker als vor 20 Jahren. In Zukunft wird sich der Trend fortsetzen, wenn nicht verstärken.

Grund dafür ist insbesondere der technologische Wandel: Laut Prognosen könnten künftig Zehntausende Banker durch Maschinen ersetzt werden. Fintechs und grosse Technologiekonzerne, die zunehmend in den Finanzsektor drängen, werden traditionelle Banken nur noch weiter unter Druck setzen.