Was haben Budweiser, Corona, Stella Artois, Beck's, Leffe, Hoegaarden, Bud Light, Diebels, Harbin, Zhujiang, Skol, Brahma, Hasseröder, Löwenbräu, Franziskaner, Jupiler, Norteña, Dreher, Gambrinus, Grolsch, Miller, Radegast, Peroni Nastro Azzurro und Pilsner Urquell gemeinsam? All diese Biermarken (und viele mehr) gehören einem der beiden Biergiganten Anheuser-Busch Inbev oder SABMiller, die in dieser Woche ihre Fusionspläne bekannt gegeben haben.

Der fusionierte Konzern wird in einer eigenen Liga spielen: Jedes dritte Bier auf der Welt soll in Zukunft aus einer Brauerei des Giganten kommen. SAB Miller hat dem AB-Invev-Angebot von 44 Pfund pro Aktie zugestimmt und geht deshalb voraussichtlich für rund 100 Milliarden Franken an den belgischen Rivalen.

Das unheimliche Bierimperium

Die Konsolidierung des Biermarktes erreicht mit dem Zusammenschluss eine neue Dimension. Zwar gab es schon in den letzten Jahren immer wieder Gerüchte über einen möglichen Kauf von SAB Miller durch AB Inbev oder von Heineken durch SAB Miller. Doch die Transaktionen sind jeweils nicht zustande gekommen. Nun aber hat der schweizerisch-brasilianische Doppelbürger Jorge Paulo Lemann den grossen Wurf geschafft.

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Angefangen hatte Lemann im Biergeschäft mit der brasilianischen Brauerei Brahma, die er 1989 mit anderen Investoren zusammen übernahm. Dazu kamen nacheinander die lokale Konkurrentin Antarctica, die belgische Interbrew und 2008 Anheuser-Busch, damals der grösste Braukonzern Nordamerikas. 2014 beherrschte AB Inbev mit einem Bierausstoss von 411,5 Millionen Hektolitern bereits 21 Prozent des Weltmarktes. Nun kommen mit SAB Miller noch einmal knapp 10 Prozent dazu.

40 Konzerne beherrschen 82,8 Prozent

Insgesamt stand der Marktanteil der 40 grössten Brauerei-Konzerne der Welt Ende 2014 bei 82,8 Prozent. Das zeigt eine Studie der Barth-Haas-Gruppe zum Hopfenmarkt. In der Schweiz befinden sich besonders viele Brauereien im Besitz der internationalen Konzerne Heineken und Carlsberg. Traditionsmarken wie Calanda, Eichhof, Haldengut und Ittinger gehören den Holländern von Heineken. Der Schweizer Marktführer Feldschlösschen ist im Besitz der Dänen.

Auch die Liste der grössten Biernationen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Unangefochten an der Spitze steht inzwischen China, gefolgt von den USA, Brasilien und Deutschland. Auf dem fünften Platz wurde Russland 2014 von Mexiko überholt. Diese Rangfolge schlägt sich auch in der Platzierung der Bierkonzerne nieder. Drei der zehn grössten Firmen befinden sich in China. Noch extremer ist der Fall aber bei den einzelnen Marken. Das ausserhalb von China beinahe unbekannte Snow Bier ist mit grossem Abstand das meistgetrunkene Bier der Welt.

Das sind die beliebtesten Einzelmarken: