Hände waschen ist eine der einfachsten Verhaltens- und Hygieneregeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Doch diese Möglichkeit steht über zwei Milliarden Menschen nicht zur Verfügung, da sie keinen Zugang zu Wasser haben.

Dieser Zugang ist aber nicht nur gesundheitlich essenziell, auch politisch, ökonomisch und geopolitisch tragen die Wasserressourcen eine strategische Rolle.

Um die Auswirkungen aufzuzeigen, findet jedes Jahr an der Water Academy SRD in Lugano ein Symposium statt, bei dem Forscher und Politiker ihre Erfahrungen und Forschungen aufzeigen.

We-mposium in Lugano

Das diesjährige Symposium wurde Covid-19-bedingt webbasiert durchgeführt mit dem Fokus auf der existierenden Interaktion zwischen Pandemien und dem Zugang zu Wasser.

Forscher, Politiker und Unternehmer aus Somalia, Uganda, Italien, Australien oder der Schweiz traten am We-mposium auf. Sie alle betonten die Wichtigkeit des Zugangs zu Wasser und zeigten die Folgen während viraler Epidemien oder Pandemien auf, wenn dieser Zugang nicht vorhanden ist.

Diesbezüglich bestehen signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Nationen, die in diesem Rahmen international angesprochen werden konnten.

«Wir geben den Forschungszentren und Politiker einen Raum, in dem sie sich über ihre Erfahrungen und Probleme austauschen können», führt Carlo Donati, Präsident des Water Academy SRD Programm in Lugano, aus.

Ein solcher Austausch ermögliche verschiedene Sichtweisen und gebe den Teilnehmenden Ideen und Best-Case Beispiele, wie auch sie den Lebensstandard in ihren Ländern verbessern können.

Wasser als Lebensgrundlage

Der Zusammenhang zwischen Wasser und Pandemien trat während der Covid-Krise deutlich hervor. Auch die UN hat in ihren Zielen der nachhaltigen Entwicklung festgelegt, dass die Verfügbarkeit und Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgungen für alle gewährleistet sein sollte.

Noch heute haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und 4,2 Milliarden keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Dies wiederum beeinflusst die Geburts- und Sterberaten der Länder aufgrund der mangelnden Hygiene und dem schlechten Trinkwasser.

Alessandro Leto, Vorsitzender des Water Academy SRD Programms, betont: «In Übereinstimmung mit den UN-Zielen heben wir die Wichtigkeit des Wassers hervor und adressieren die weltweiten Ungleichheiten, um mögliche gemeinsame Regeln für eine tiefgehende Verständigung der Wasserressourcen zu finden».

Ihre Resultate und Ergebnisse teilen sie mit der Bevölkerung und finden gemeinsam mit Forschern, Politikern und multilateralen Organisationen Lösungen, um die bestehende Situation zu verbessern. Denn bereits durch einfaches Händewaschen könnte das Risiko einer Infektion in den Ländern um ein Vielfaches gesenkt werden.