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Innovation
«Wir setzen voll auf unsere Schweizer Technologie»

Nicola Spirig: Die Olympiasiegerin will ihren Titel in Rio in diesem Sommer verteidigen. Keystone

Der Zürcher Laufschuhhersteller On verkauft seine Schuhe in über 50 Ländern rund um den Globus. Auf dem wichtigsten Markt will das Unternehmen Investmentlegende Warren Buffett alt aussehen lassen.

Von Mathias Ohanian
am 11.05.2016

Der Schweizer Laufschuhhersteller On schickt sich an, weltweit zu den Grossen der Branche aufzuschliessen. Der globale Expansionskurs, den die Zürcher Unternehmer seit ihrer Gründung vor sechs Jahren forcieren, beeindruckt: 2200 Händler in über 50 Ländern bieten die Alternative zu Nike, Adidas oder Asics mittlerweile an – vor zwei Jahren war man in gerade mal halb so vielen Ländern vertreten. Co-Gründer und Marketing-Experte David Allemann spricht von einer Million Läufern in On-Schuhen. «In Europa sind wir der am schnellsten wachsende Hersteller von Laufschuhen.»

Die Zürcher wollen rund um den Globus expandieren, bereits heute werden rund neun von zehn Schuhen im Ausland verkauft. Zuletzt wurde ein Store in Mexiko eröffnet, zu kaufen gibt es die Schuhe mittlerweile auch in Norwegen und Schweden. 2015 eröffnete On eine Niederlassung in Japan, um die Expansion auf dem wichtigen asiatischen Markt voranzutreiben. Japan ist heute das drittgrösste Läuferland nach den USA und Deutschland, sagt Allemann.

Neue Familie von Trail-Laufschuhen

Grosse Zukunftschancen sieht er in China. Bei On setzt man auf den gesellschaftlichen Wandel im Reich der Mitte: Gesundheit und körperliche Bewegung werden immer wichtiger. «In China gibt es zehnmal weniger Läufer als in den USA - das Aufholpotenzial ist entsprechend riesig.»

2010 startete Allemann mit zwei Kollegen das Startup On. Man setzt auf Schweizer Technologie: Ein spezielles Dämpfungssystem sorgt bei jedem Schritt dafür, dass der Läufer weich landet und sich trotzdem fest abstossen kann. Die Technologie liessen sich die On-Gründer in vielen Ländern rund um den Globus patentieren. Entwickelt werden die Modelle in der Schweiz, produziert in Vietnam. Inzwischen gibt es sechs Produktfamilien. Eine neue Familie von Trail-Laufschuhen wird Mitte Juni lanciert. Selbst in der Leichtathletik-Weltspitze kommt das Konzept an: Bei den Sommerspielen in Rio will die Schweizer Olympiasiegerin Nicola Spirig  in diesem Jahr mit einem Schuh der Zürcher ihren Titel verteidigen. Den Weg zu einer Lifestyle-Marke will man bei On jedoch nicht gehen. «Wir setzen voll auf unsere Schweizer Technologie», sagt Allemann.

US-Medien feiern die Schweizer

Andere Firmen hätten in den vergangenen Jahren auf das Thema Lifestyle gesetzt und dadurch ihrer Glaubwürdigkeit im Bereich Performance geschadet. Diesen Fehler wolle man bei On nicht machen. «Das Design von On-Schuhen darf nicht täuschen: Mit jedem Schuh von On lässt sich ein Marathon laufen», sagt Allemann. Gleichzeitig räumt er allerdings auch ein, dass jeder zweite heute auf der Welt verkaufte Sportschuh in der Freizeit getragen werde.

In der Schweiz befindet sich On eigenen Angaben zufolge bereits auf Augenhöhe mit den grossen Wettbewerbern. In Deutschland und Österreich ist man unter den fünf grössten Anbietern. Stolz ist Allemann auf die Entwicklung im weltgrössten Markt für das junge Unternehmen: Beim traditionsreichen Boston Marathon liefen bereits 2,5 Prozent aller Teilnehmer mit Schuhen von On. US-Medien berichteten in den vergangenen Monaten begeistert über die Schweizer. «On kombiniert das Beste aus einem traditionellen und einem minimalistischen Laufschuh und bleibt dabei aussergewöhnlich leicht», schrieb etwa das renommierte «Wall Street Journal».

Investmentlegende Buffett hat in Brooks investiert

Dabei ist die Konkurrenz in den USA enorm - nicht nur die in der Schweiz bekannten grossen Wettbewerber wie Nike oder Adidas kämpfen um die Gunst der Läufer. Marktführer ist die heimische Marke Brooks. Der Spezialist für Laufschuhe ist eine Tochter der weltbekannten Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Das Geld von Grossinvestor und Multimilliardär Warren Buffett steckt hinter der US-Konkurrenz - Sorgen bereitet das Allemann aber offenbar nicht. «Wer zum ersten Mal in einen On steht, merkt sofort den Unterschied.»

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