Das Model Y von Tesla ist ein weltweiter Erfolg. In den ersten neun Monaten wurden mehr als 500’000 Exemplare verkauft, die Preise variieren jedoch beträchtlich. Auf dem chinesischen Festland kann man das Elektroauto am günstigsten kaufen. Nach den Preissenkungen des letzten Monats beginnt die Preisspanne des Model Y bei 288’900 Yuan. Das sind knapp 40’500 US-Dollar oder umgerechnet rund 38'000 Schweizer Franken. In den USA ist der Tesla doppelt so teuer.

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Am anderen Ende des Spektrums ist Singapur. Der Stadtstaat ist der teuerste Ort der Welt, um einen Tesla zu besitzen: Der viertürige Geländewagen kostet stolze 142’471 Singapur-Dollar (103’800 US-Dollar oder 98'000 Franken) – und das vor Verbrauchs- und Zulassungssteuern, die den Gesamtpreis verdoppeln können. 

Bloomberg hat die teuersten und günstigsten Orte, an denen man ein Model Y kaufen kann, auf der Grundlage des auf der offiziellen Tesla-Website für jedes Land und jede Region angegebenen Startpreises zusammengestellt. Hier ist die Rangliste: 

Autos seien in Ländern wie Singapur und Israel aufgrund höherer Steuern, Abgaben und Zulassungsgebühren teurer als in China und Europa, sagt ein Experte zu Bloomberg. Angebot und Nachfrage sowie das Ausmass des Wettbewerbs auf dem Markt seien ebenfalls preisbestimmende Faktoren. 

In der Tat könnte der Kauf eines Tesla in Singapur so viel kosten wie eine Wohnung. Autos sind in dem Stadtstaat deshalb so teuer, weil es nur eine begrenzte Anzahl von Betriebsgenehmigungen gibt – um das Verkehrswachstum auf der kleinen Fläche zu kontrollieren. Diese Genehmigungen müssen zweimal im Monat bei Auktionen ersteigert werden und erlauben es dem Fahrer, ein Auto 10 Jahre lang zu besitzen. Der Preis für einen Tesla stieg im November auf den Rekordwert von 116’577 Singapur-Dollar  fast so viel wie für ein Model Y selbst. 

Die Autos finden trotz des hohen Preises Käufer. Bloomberg berichtet von einem Finanzfachmann, der sich im Juni ein Model Y kaufte und das Auto im September in Empfang nahm. Es sei sein allererstes Elektroauto. «Sicher, es ist definitiv teuer, aber das ist bei jedem Auto in Singapur so», sagt die Person. Ein Elektroauto ähnlicher Grösse von anderen Herstellern sei teurer als Tesla, weil zusätzliche Händlergebühren anfallen würden.

Eine ganz andere Geschichte spielt sich in China ab – dem weltweit grössten Markt für Elektrofahrzeuge und einem hart umkämpften Markt. Eine Phalanx einheimischer Konkurrenten, von alteingesessenen Herstellern wie BYD bis hin zu Newcomern wie Nio nähern sich Tesla rasch an. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 entfielen fast 80 Prozent der E-Autoverkäufe auf einheimische Hersteller, so der chinesische Verband für Personenkraftwagen. 

Um zu konkurrieren, hat Tesla nach den Preisänderungen im Oktober eine Reihe von Marketingmassnahmen ergriffen, um Kunden anzulocken, darunter die Ausweitung von Versicherungssubventionen für neue Käufer, die Wiedereinführung eines Empfehlungsprogramms für Nutzer und sogar Werbung im lokalen Fernsehen. Die Wartezeiten sind von 22 auf eine Woche geschrumpft – ein Zeichen für den sich verlangsamenden Auftragseingang und eine Folge der Tatsache, dass Tesla vor kurzem seine Produktionskapazitäten in Shanghai ausgebaut hat.

Die ungleichmässige Nachfrage in China, wo Tesla fast ein Viertel seines Umsatzes erwirtschaftet, könnte das ehrgeizige Ziel von Firmenlenker Elon Musk, den Umsatz weltweit um 50 Prozent pro Jahr zu steigern, in den kommenden Jahren zum Scheitern bringen. 

Zusätzliche Preissenkungen könnten auch in anderen wichtigen Märkten wie den USA und Europa anstehen. «Wenn wir im Jahr 2023 eine wirtschaftliche Abschwächung erleben, könnten die Rohstoffpreise fallen, so dass die Inputkosten sinken würden», schreibt Bloomberg mit Verweis auf einen Aktienstrategen. «In diesem Fall würde ich erwarten, dass Tesla und die meisten anderen Autohersteller die Preise erneut senken würden, um die Nachfrage anzukurbeln.» Musk selbst hat diese Möglichkeit Anfang des Jahres ebenfalls angedeutet. (Bloomberg/spi)

Elon Musk und seine zu vielen Abenteuer

Elon Musk investierte früh in Tech, darunter in die Softwarefirma Zip2 und das Bezahlportal Paypal. Aus den Exits löste er im Alter von 29 Jahren 1,8 Milliarden. Startgeld für grosse Träume: Die Eroberung des Mars, um im roten Erdreich seine letzte Ruhestätte zu finden. «Why not?»

Musks Reichtum gründet vorab auf Tesla, SpaceX, Starlink und seit einem Monat auch auf der Social-Media-Plattform Twitter. Hier sind Fragen und Antworten zu seinen vier wichtigsten Investments.