Dass Tesla für das zweite Quartal einen Verlust berichten wird, ist so gut wie sicher. Interessant sind andere Einzelheiten zum Geschäftsverlauf. Der jüngste und kleinste börsennotierte US-Autohersteller wird den Prognosen zufolge einen Verlust von rund 60 Cent je Aktie vor Sonderfaktoren berichten, auf Nettobasis soll der Verlust 1,11 Dollar betragen. Die Investoren zeigen sich jedoch weiterhin optimistisch: am Dienstag verteuerte sich die Aktie 2,4 Prozent auf 266,28 Dollar.

Am Mittwoch nach Börsenschluss in New York legt Tesla die Zahlen vor. Dabei und bei der anstehenden Telefonkonferenz wird die Investoren am meisten interessieren, was Vorstandschef Elon Musk zur Zukunft des Unternehmens zu sagen hat. Vor allem bei fünf Punkten sollten Investoren hinhören.

Prognose für das dritte Quartal

Um das diesjährige Absatzziel von 55'000 zu erreichen, muss Tesla in der zweiten Jahreshälfte rund 50 Prozent mehr Autos verkaufen als in der ersten Hälfte. Die Prognose für das dritte Quartal bietet daher Hinweise darauf, wie plausibel die implizite Prognose für das vierte Quartal ist. Eine Veränderung um lediglich 1000 Fahrzeuge, also 13'000 Autos gegenüber 14'000 Autos, bedeutet einen nötigen Anstieg um 70 Prozent in den Monaten Oktober bis Dezember gegenüber einem Anstieg um 50 Prozent. (Im vierten Quartal könnte der Absatz zudem durch winterliche Wetterverhältnisse und die Weihnachtsfeiertage gebremst werden.)

Lang erwartetes Model X

Tesla dürfte dieses Jahr die Produktion und den Absatz kräftig steigern, weil sich die Modellpalette mit der Einführung des seit langem erwarteten Model X verdoppelt. Ursprünglich sollte der SUV bereits 2014 in den Verkauf gehen, daher sind die Investoren ebenso begierig auf sein Debüt wie die potenziellen Käufer. Das grössere Modell soll verstärkt bei Frauen Anklang finden. Ein Datum für die Vorstellung der Produktionsversion des SUV und Pläne für den Start der Auslieferung dürften der Aktie Rückenwind verschaffen.

Akkumulator Powerwall

Ein weiteres Tesla-Produkt, das diesen Sommer auf den Markt kommen soll, ist der Akkumulator für Privathaushalte namens Powerwall. Laut Musk gab es bereits «irres» Interesse für den Energiespeicher, bald wird sich zeigen, wie viele Interessenten ihn auch installieren. Tesla hat erklärt, dass das Geschäft mit stationären Energiespeichern sehr viel schneller wachsen könnte als der Autobereich, aber bisher ist noch kein Exemplar ausgeliefert worden. Eine solide Prognose für den Beginn der Installierungen könnte Rückenwind bringen, während eine Verschiebung in den Herbst hinein eine Enttäuschung sein könnte.

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Der Markt in China

Im vergangenen Quartal hatte Musk erklärt, dass der Absatz in China angezogen hat. Investoren werden wissen wollen, ob dieser Trend anhält. Der weltgrösste Automarkt könnte auch zur grössten Kundenbasis für Tesla werden, aber der Markteintritt wurde durch Sorgen hinsichtlich des Aufladens und Fehler der Verkäufer gebremst. Aktuell kühlt sich der chinesische Markt ab, und die chinesischen Kunden werden das Model X nicht vor der ersten Jahreshälfte 2016 erhalten. Langfristig bleibt China jedoch sehr wichtig.

Weltgrösste Batteriefabrik Gigafactory

Für die Pläne des Unternehmens im Autosektor und bei den häuslichen Energiespeichern ist der Fortschritt beim Bau der weltgrössten Batteriefabrik in Reno im US-Bundesstaat Nevada entscheidend. Allerdings hat Musk vergangene Woche eine grosse Eröffnungsparty für die Gigafactory im kommenden April angekündigt, was den Investoren eine gewisse Sicherheit gibt, dass der Bau wie geplant läuft.

(bloomberg/ccr)