Alles musste schnell gehen», betont die Unternehmerin und Profi­verwaltungsrätin Nicole Herzog. «Denn jede Woche zählt.» Insbesondere für Kleinstunternehmen, die nicht gerüstet sind für die massiven Einnahmen­ausfälle, die sie jetzt durch die Corona-Krise erleiden. In weniger als zwei Wochen hat Herzog gemeinsam mit Corinne Wissing-Daepp, der Geschäftsführerin der Stiftung «I care for you», schweizweit das Projekt #zämefüralli lanciert: Sie haben die Plattform aufgeschaltet, ein paar ­hundertausend Franken gesammelt – und die ersten Auszahlungen getätigt.

Mittlerweile hat das Team der Crowdfundingplattform «I care for you», bei der Herzog im Stiftungsrat sitzt und welche ausschliesslich Gelder für soziale und ­humanitäre Projekte sammelt, für #zämefüralli gut 1,15 Millionen Franken zusam­men­getragen und davon bereits wieder über 500 000  Franken an rund 200 Gesuchsteller verteilt.

Es geht um kleine ­Beträge, Empfänger sind mehrheitlich Kleinst­unternehmer und -unternehmerinnen, Selbstständige oder solche, die «durch alle Maschen der staatlichen Hilfsprogramme fallen», wie Herzog erklärt. «Wichtig ist, dass das Geld schnell und unbürokratisch ausbezahlt wird.»

Herzog sammelt weiter – online und persönlich

Die Unternehmerin hofft, dass möglichst viele dieser Firmen die Corona-Krise überleben. «Denn es ist die Vielfalt an kleinen Unternehmen, welche die Schweiz ausmacht.» Deshalb sammelt Herzog, die Sherpany, den Softwarehersteller für Sitzungsmanagement, präsidiert und unter anderem im Verwaltungsrat des Brillen­designers Viu sitzt, weiter – online, aber auch persönlich.

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Zu den grössten Geld­gebern des Projekts gehören bis anhin Stiftungen sowie der Telekommunikations­anbieter Quickline, der 200 000 Franken gespendet hat. Eine Privatperson, die nicht namentlich genannt werden will, habe gar 250 000 Franken gegeben