Pro Tag wird im Durchschnitt mit 1600 Spielern gerechnet, wie es an einer Medienorientierung vom Mittwoch hiess. Ihnen stehen auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern 400 Glücksspielautomaten und 26 Spieltische für Roulette, Black Jack oder Poker zur Verfügung. Rund 15 Prozent der Gäste dürften Touristen sein.

Bis zu 20'000 Franken können laut Casinodirektor Michael Favrod am Roulettetisch gesetzt werden. Für Gäste, die mit hohen Einsätzen spielen, gebe es den «Club Privé», zu dem jedermann zugelassen werde.

Im ersten Betriebsjahr rechnet die Betreiberfirma Swiss Casinos Zürich AG mit einem Bruttospielertrag von 107 Millionen Franken. Davon müssten 66 Millionen als Spielbankenabgabe dem Bund abgeliefert werden, sagte Favrod. Der Vollbetrieb werde voraussichtlich 2015 erreicht, gemäss Businessplan ist für dann ein Spielertrag von 124 Millionen Franken budgetiert.

Ehemaliges Warenhaus umgebaut

In den Umbau des unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Warenhauses aus den 1930er Jahren, das zuletzt als Bürogebäude genutzt wurde, haben die Casinobetreiber 47 Millionen Franken investiert. Allein die Spieltechnik kostete 15 Millionen Franken. 200 Kilometer Kabel wurden verlegt und etwa 400'000 LED-Lampen montiert, wie Projektleiter Erwin Cresta erläuterte.

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Das Casino habe einen zeitlosen modernen Stil erhalten und kein Themen-Dekor, wie es in der amerikanischen Spielerstadt Las Vegas weit verbreitet sei. Gemäss Favrod wurden 213 Vollzeitstellen geschaffen. 60 Croupiers werden im Zürcher Casino an den Spieltischen im Einsatz sein, 15 von ihnen wurden neu ausgebildet.

Umsatzrückgang in Baden und Pfäffikon erwartet

Das bisher grösste Spielcasino der Schweiz in Baden rechnet durch die Konkurrenz in Zürich mit einer Umsatzeinbusse von 35 Prozent. Für die Spielbank in Pfäffikon (SZ), die wie die neue in Zürich von Swiss Casinos betrieben wird, wird ein Umsatzrückgang von 20 Prozent erwartet.

Swiss-Casino-Verwaltungsratspräsident Peter Meier verwies vor den Medien auf die lange Geschichte des Projektes in Zürich. Erste Pläne stammen aus dem Jahr 1994. Als «Tiefschlag» bezeichnete Meier den Bundesratsentscheid von 2001, als Zürich bei der Vergabe von A-Konzessionen nicht berücksichtigt wurde.

Ursprünglich verfolgte Swiss Casinos ein Projekt am Flughafen Zürich. Für die neue Konzessionsrunde 2010 habe dann innert kurzer Zeit ein Standort in der Innenstadt gesucht werden müssen. Für die Swiss Casinos Holding AG bedeutet der neue Betrieb in Zürich laut Meier «eine Verdoppelung von Umsatz und Personal». Sie ist auch Allein-, Mehrheits- oder Minderkeitsaktionärin der Casinos in Pfäffikon SZ, Schaffhausen, St. Gallen, Bern und St. Moritz.

(tke/aho/sda)