Nach Google und Disney wählt ein weiterer Milliardenkonzern Zürich als Entwicklungsstandort für Software. Der weltgrösste Anbieter von Geo-Informationssystemen ESRI kauft den Zürcher Startup Procedural. «Wir haben soeben die Verträge unterschrieben», sagt Ulf Claesson, Investor und Verwaltungsrat bei Procedural. «ESRI plant, auf der Basis von Procedural in Zürich ein Entwicklungszentrum für 3D-Grafiksoftware aufzubauen.» In einer ersten Phase soll es 35 Mitarbeiter umfassen.

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Procedural, 2007 als ETH-Spinoff von Pascal  Müller (32) gegründet, beschäftigt im Zürcher Technopark derzeit 14 Angestellte und ist Cash flow-positiv. Die Firma produziert Software zur Städteplanung, aber auch für das Rendering von Filmkulissen oder die Konvertierung von Luftaufnahmen in 3D-Modelle. Zu den Kunden zählen so illustre Namen wie IBM und Microsoft, die Architekten Norman Foster und Zaha Hadid, der Rüstungskonzern Thales oder die Filmstudios Pixar und Dreamworks. «Im neuen Disney-FilmCars 2 etwa sind die Hintergründe der Städte mit Software von Procedural berechnet worden», sagt Claesson.

Am Unternehmen ist neben der staatlichen Kommission für Technologie und Innovation (KTI), der Zürcher Kantonalbank und der Hasler-Stiftung auch der ehemalige Sulzer-Chef Ulf Berg beteiligt. «Die Technologie ist bahnbrechend», begründet Claesson den Verkauf. «Wenn man damit die Welt erobern will, geht das nur mit einem starken Partner.» Den Verkaufspreis schätzt BILANZ auf 10 bis 15 Millionen Franken.

ESRI beschäftigt knapp dreitausend Mitarbeiter und dürfte rund 1,8 Milliarden Dollar umsetzen. Die Firma aus Redland, Kalifornien, kontrolliert mit einer Million Anwendern etwa ein Drittel des Weltmarktes für Geografie-Software. ESRI ist in Privatbesitz und wird von Gründer Jack Dangermond kontrolliert.

(rcv/cms)