Ein Industriegebiet in der chinesischen Hafenstadt Tianjin ist amtlichen Medienberichten zufolge in der Nacht von zwei schweren Explosion getroffen worden. Dabei sind nach neusten Meldungen mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien auch drei Feuerwehrleute.

Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete rund 400 Verletzte. Dem Fernsehsender CCT zufolge detonierte eine Sprengstoff-Lieferung. Xinhua berichtete von «gefährlichen Gütern», die sich in einem Lagerhaus befunden hätten. Die Feuerbälle der ersten Explosion hätten weitere Detonationen in den umliegenden Gebäuden ausgelöst. Auf Video-Aufnahmen waren Flammen zu sehen, die in den Himmel schossen.

 

— People's Daily,China (@PDChina) 12. August 2015

 

Laut der Nachrichtenagentur Xinhua ereigneten sich die gewaltigen Explosionen gegen 23.30 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr MESZ). Demnach war die Druckwelle der Explosion noch mehrere Kilometer entfernt in der Millionenstadt zu spüren. Die Polizei in Tianjin teilte mit, die erste Explosion habe sich in einem Lagerhaus für gefährliche Güter ereignet. Laut Staatsmedien werde das Management der Firma von der Polizei verhört.

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Videos im Internetdienst Weibo zeigten, wie zwei ohrenbetäubende Explosionen die Hafenstadt im Norden des Landes erschütterten, während ein riesiger Feuerball den Nachthimmel erleuchtete. Auf Fotos waren blutbedeckte Menschen auf der Strasse zu sehen. Die Opfer wurden durch umherfliegendes Glas und Steine verletzt. Doch konnte die Echtheit der Bilder nicht bestätigt werden.

Der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete, dass die Feuerwehr am Mittwochabend wegen eines Feuers in einem Lager mit gefährlichen Chemikalien alarmiert wurde. Nachdem die Retter eintrafen, kam es zu mindestens zwei schweren Explosionen. Diese waren so stark, dass sie vom nationalen Erdbebenzentrum registriert wurden.

 

— People's Daily,China (@PDChina) 12. August 2015

 

Tianjin beherbergt einen grossen Hafen und ist ein Hauptumschlagplatz für Güter, die über das Meer transportiert werden. Die Stadt liegt südöstlich der Hauptstadt Peking und hat mehr als 10 Millionen Einwohner.

(sda/reuters/ise/chb)