Forschende der Università della Svizzera italiana (Usi) haben herausgefunden, dass die Aminosäure L-Arginin die Aktivität bestimmter Immunzellen verstärkt, sogenannter T-Zellen. Diese werden in modernen Krebstherapien eingesetzt und könnten mit etwas «Arginin-Doping» allenfalls länger und effizienter gegen Tumore wirken.

T-Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr von Viren, Bakterien und anderen Fremdkörpern im Organismus. Auch gegen Krebszellen lassen sie sich im Zuge von modernen Therapieansätzen der Krebsmedizin einsetzen. Ihre Aktivität liesse sich dabei allenfalls stärken, und zwar mithilfe einer Aminosäure, die wir mit der Ernährung aufnehmen: das L-Arginin.

Grosser Einfluss

Die Forschenden um Antonio Lanzavecchia vom Institute for Research in Biomedicine der Usi in Bellinzona haben mit Kollegen der ETH Zürich und des Max-Planck-Instituts in München den Stoffwechsel von T-Zellen genau untersucht um herauszufinden, ob Bestandteile der Ernährung einen Einfluss auf die Aktivität dieser Immunzellen hat. Der Arginin-Stoffwechsel stach ihnen dabei als Ansatzpunkt ins Auge, wie die Usi mitteilte.

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Die Forschenden prüften diesen Ansatz in Laborversuchen und stellten fest, dass Arginin die T-Zellen länger überleben und effizienter gegen Tumore vorgehen lässt, wie sie im Fachjournal «Cell» berichten. «Es ist wirklich faszinierend, dass ein einziges Stoffwechselprodukt die Eigenschaften von T-Zellen so dramatisch beeinflussen kann», sagte Studienautor Roger Geiger laut der Mitteilung.

In Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Paola Picotti von der ETH Zürich entdeckten die Wissenschaftler auch drei Proteine in den Immunzellen, die die erhöhten Arginin-Mengen wahrnehmen und den T-Zellen-Stoffwechsel so umstellen, dass die Zellen länger überleben. Damit könnte sich eine neue Möglichkeit auftun, T-Zellen-Therapien gegen Krebs zu verbessern, so die Mitteilung. Diese Idee muss jedoch in weiteren Studien geprüft werden.

(sda/chb)