Auch Elefanten können Herpes bekommen. Besonders bei Jungtieren führen arteigene Herpesviren häufig zu Todesfällen. Zürcher Forscher haben entdeckt, dass manche der Tiere immun sind, das Virus aber stark ausscheiden und verbreiten. Mit diesem Wissen liessen sich Elefantenkälber in Zoos besser schützen.

Bei Elefanten kommen sechs Typen von Herpesviren vor. Besonders Typ 1, den asiatische Elefanten tragen, ist für Jungtiere gefährlich und führt zu oft tödlich verlaufenden Infektionen, sowohl in Zoos als auch in der Wildnis.

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Immune Superspreader

Auch in der Schweiz sind in den letzten 30 Jahren drei Elefantenkälber daran verendet. Wie sich die Tiere anstecken, war jedoch bisher nicht bekannt. Forschende der Universität Zürich um Jean-Michel Hatt und Mathias Ackermann haben die Verbreitungswege des Virus aufgeklärt, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

«Die von uns untersuchten Elefanten lassen sich in solche aufteilen, die das Virus nicht oder nur selten ausscheiden, und solche, die das häufig tun», erklärte Ackermann gemäss der Mitteilung. «Letztere sind sogenannte Superspreader und verursachen die Mehrzahl der Infektionen.» Von diesen Ergebnissen berichten die Wissenschaftler im «PLOS ONE».

Möglich war diese Untersuchung dank Rüsselspülungen mit Kochsalzlösung, auf die sich die Elefanten trainieren lassen. Dank solcher Proben konnten die Forschenden feststellen, ob ein Tier Herpesviren trägt oder nicht.

Das Prinzip der Superspreader kenne man auch von anderen Virusinfektionen bei Mensch und Tier, schrieb die Hochschule: Super-Verbreiter sind selbst immun gegen die Erkrankung und übertragen diese Immunität auch auf ihre Nachkommen. Gefährlich wird es dann, wenn sie mit den Jungtieren von Nicht-Superspreadern in Kontakt kommen, die nicht immun sind.

Infektionsquelle aufgeklärt

Alle drei in der Schweiz am Elefanten-Herpes gestorbenen Jungtiere standen in engem Kontakt mit einer Elefantenkuh, die sich in der Untersuchung als Superspreader herausstellte. Die Elefantenkälber trugen den gleichen Subtyp des Virus in sich, was auf eine gemeinsame Infektionsquelle hinwies. Die eigenen Nachkommen der Elefantenkuh blieben indes verschont.

Wichtig sei, dass die Elefanten in Zoos regelmässig auf Herpes untersucht würden, betonen die Forscher. Dann könne man die Platzierung der Tiere entsprechend planen, um keine Jungtiere zu gefährden. Ausserdem lasse sich damit ein Krankheitsausbruch bei den Elefantenkälbern frühzeitig erkennen, was eine schnellere Behandlung ermögliche, schrieb die Uni Zürich.

(sda/chb/gku)