«Sitz», «Platz», «dreh dich» und «gib Pfote» - beim Training machen den Umgang mit Menschen gewohnte Wölfe fast so enthusiastisch mit wie Hunde, und es reduziert ihre Stresspegel, fanden österreichische Forscher mit Kollegen heraus. Durch regelmässiges Üben könnte man daher die Lebensumstände vieler Zootieren verbessern, erklären sie.

Die Forscher um Kurt Kotrschal vom Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn (NÖ) haben mit Hunden und Wölfen, die von Geburt an auf Menschen sozialisiert wurden, verschiedene Übungen trainiert und dabei die Menge des Stresshormons Kortisol bei den Tieren gemessen. Ihre Studie erschien im Fachmagazin «Plos One».

«Nicht nur der Mensch freut sich»

Am Anfang war der Hormonspiegel aus Vorfreude hoch, dann setzte ein Entspannungseffekt ein, erklärte Kotrschal im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA. «Das Training ist eine soziale Interaktion und nicht nur der Mensch freut sich, wenn eine Übung gelingt, sondern auch der Wolf oder Hund», sagte er.

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Das Belohnungssystem im Gehirn wird daher aktiviert und die Stresshormone weniger. Dies könne auch bei auf Menschen sozialisierten Zootieren gut funktionieren, die ansonsten den ganzen Tag nichts zu tun und daher erhöhte Stressniveaus haben, meint er.

Nur mit sozialisierten Wildtieren

«Uns hat auch erstaunt, wie gut die Beteiligung der Wölfe an diesen vollkommen freiwilligen Trainings war», so der Verhaltensforscher. Obwohl sie keine domestizierten Tiere sind, waren die Wölfe fast genau so eifrig bei der Sache wie die Hunde. Vorsichtig müsse man aber mit nicht sozialisierten Wildtieren sein. Denn jenen bereitet der intensive Umgang mit Menschen vermutlich erheblichen Stress.

(sda/cfr/gku)