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Delikatesse
Thailands Gier nach Haiflossen gefährdet die Art

Haifischflossensuppe: Das kantonesische Gericht ist in Thailand sehr populär. Keystone

Im Königreich gelten Haifischflossen in der Suppe als Statussymbol. Zudem soll das Gericht gesund sein. Jedes Jahr werden deshalb Millionen Haie getötet – manche Arten stehen vor dem Aussterben.

Veröffentlicht am 18.07.2017

Die Lust auf Haifischflossen führt zu einem dramatischen Rückgang mancher Haiarten. Das schreibt die Umweltschutzorganisation WildAid in einem Bericht. Haifischflossensuppe gilt in Thailand und anderen Teilen Südostasiens und Chinas als Delikatesse

WildAid zufolge werden jedes Jahr 100 Millionen Haie getötet, 73 Millionen von ihnen landen im Suppentopf. Dies habe bei manchen Hai-Populationen zu Rückgängen von bis zu 98 Prozent seit 2002 geführt. Vielen Haien werden erst die Flossen abgeschnitten, dann werden die Tiere zurück ins Meer geworfen. Die Haie verenden daran.

Suppe für besondere Gelegenheiten

Mehr als die Hälfte aller Thailänder hat den Umweltschützern zufolge schon Haifischflossensuppe gegessen und will dies auch weiterhin tun. Die Suppe wird oft bei Hochzeiten und anderen Feiern serviert, der Verzehr gilt als Statussymbol.

Thailand ist weltweit der grösste Exporteur mit knapp 22'500 Tonnen zwischen 2012 und 2016. Die meisten Haifischflossen aus Thailand gingen nach Hongkong, ein Teil wurde von dort unter anderem nach China – dem Ursprungsland des Gerichts – weiterexportiert.

Wenig Geschmack

Die traditionelle asiatische Medizin sagt der Suppe nach, gut für die Gesundheit zu sein. Die Flossen selbst haben so gut wie keinen Eigengeschmack, der Geschmack der Suppe kommt fast ausschliesslich von der Brühe.

In China selbst ist die Popularität in Folge von Tierschutzkampagnen um 50 bis 70 Prozent zurückgegangen, so WildAid. In Thailand erfreut sie das Gericht allerdings weiterhin grosser Beliebtheit.

(sda/gku/mbü)

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