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Ausbruch
Verliebte Gefängniswärterin gesteht in Zürich

Gefängnis Limmattal: Manchmal auch ein Liebesnest. Keystone

Die Gefängniswärterin, die einem syrischen Sextäter zur Flucht verholfen hatte, ist wieder da. Ihr drohen bis zu drei Jahre Haft.

Veröffentlicht am 15.04.2016

Die Gefängnisaufseherin, die Anfang Februar mit einem Häftling aus dem Gefängnis Limmattal ins Ausland geflüchtet ist, befindet sich wieder in Zürich. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis konnte sie bereits befragen. Die Gefängniswärterin zeigte sich geständig.

Die Gefängnisaufseherin gab zu, einem Häftling, zu dem sie eine Liebesbeziehung pflegte, zur Flucht verholfen zu haben. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Sie habe Untersuchungshaft beantragt. Sollte das Zwangsmassnahmengericht den Antrag bewilligen, werde die Wärterin in ein ausserkantonales Gefängnis versetzt, heisst es weiter.

Zurück in Zürich

Die italienische Polizei übergab ihren Tessiner Kollegen am Donnerstag kurz nach 11.15 Uhr in Chiasso die Wärterin. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis bestätigte eine entsprechende Meldung des «Corriere del Ticino». Die Zeitung veröffentlichte ein Foto, auf dem die Wärterin in einer türkisfarbenen Trainerjacke von zwei Polizisten in Empfang genommen wird.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurde die Frau den Zürcher Justizbehörden übergeben: Sie traf am späten Freitagvormittag in Zürich ein. Ihr drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe wegen Entweichenlassens eines Gefangenen und wegen Amtsmissbrauchs.

Die 32-Jährige befreite im Gefängnis Limmattal in Dietikon ZH einen 27-jährigen syrischen Häftling und türmte mit ihm nach Italien. In der Nacht auf Karfreitag wurden die beiden im norditalienischen Romano di Lombardia verhaftet. Der Syrer befindet sich nach wie vor in Italien. Sein Auslieferungsverfahren läuft noch.

«Der Mann meines Lebens»

In einer auf 20minuten.ch veröffentlichten Videobotschaft erklärte die Gefängniswärterin, der Häftling sei «der Mann ihres Lebens». Das Paar wollte sich offenbar in den Nahen Osten absetzen.

Der Syrer machte sich mit dem Ausbruch aus dem Gefängnis nicht strafbar. Allerdings dürfte er seine Chance auf Hafterleichterung oder vorzeitige Entlassung verspielt haben.

(sda/chb)

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