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Meeting-Knigge
Davos: So überstehen Sie das WEF

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WEF: Das erste Meeting fand 1971 statt.Quelle: Keystone

Wer in Davos bestehen will, muss den WEF-Knigge beachten. Das sind die elementarsten Verhaltensregeln am «Zauberberg».

Von Stefan Mair
am 23.01.2018

Piano-Bar oder Skifahren? Früh ankommen oder lieber spät den Raum betreten? Wie viele Meetings passen in einen Tag? Teilnehmer des WEF müssen während des Meetings einige Regeln beachten, um das Beste aus dem Treffen herauszuholen. Die «Handelszeitung» hat für Sie die elementarsten Punkte zusammengefasst.

  • Früh ankommen

Das WEF nimmt sofort Fahrt auf und es gibt keine Eingewöhnungs- oder Akklimatisierungsphase. Wenn möglich, kommen Sie ein bis zwei Tage vor dem offiziellen Start an, um Transportwege und Locations zu kennen.

  • Kein Skifahren

Es mag verlockend sein: Aber während des WEF ist keine Zeit für Skifahren, Langlaufen oder andere Wintersportaktivitäten. Reservieren Sie sich den Winterurlaub für eine andere Destination.

  • Am WEF gibt es nur vier Aktivitäten

Es gibt vier Zustände, in denen Sie sich am WEF befinden können: Sie sind in einem Meeting, nehmen an einer Session teil, sind im Transfer oder warten auf Sessions oder Meetings.

  • Vor jedem Meeting Ziel definieren

Den Abend vor den Meetings verbringen Sie nicht auf einer Party, sondern mit Dossiers, die Sie zu Ihrem Gegenüber angelegt haben. Jedes Meeting hat ein Ziel.

  • Reden von Schwab und Co. vermeiden

Vergessen Sie nie: Sie sind nicht als Fan oder Groupie in Davos. Vermeiden Sie daher pathetische Reden oder Promiaufläufe. Fokussieren Sie sich auf Ihr Ziel und Ihre Termine. Während des WEF

  • VIPs nur in einer Situation ansprechen

Sprechen Sie Promis nicht an, wenn Sie an ihnen vorbei zum nächsten Termin hetzen. Wenn Sie hingegen beobachten, dass ein Topshot ausnahmsweise herumsteht, sprechen Sie ihn an.

  • Die Badge-Hierarchie

Am WEF gilt eine Badge-Hierarchie. Der weisse Badge ermöglicht fast uneingeschränkten Zugang, der orange Badge unterliegt Zugangsbeschränkungen. Techniker tragen violette Badges.

  • Kein Flirt mit Spouse-Badge-Trägern

Ehemänner und Ehefrauen der wichtigen Teilnehmer tragen einen grauen Badge. Sparen Sie sich Flirtattacken oder Annäherungsversuche, die peinlich für Sie werden könnten.

  • Die Schwächen des Badges

Der Name auf den Badges ist gross und von weitem sichtbar. Anders ist es mit dem Firmennamen. Dieser ist zu klein, um ihn schnell erhaschen zu können.

  • Das FOMO-Gefühl bekämpfen

Teilnehmer auf dem WEF kommen irgendwann in die «Feeling of missing opportunities»-Stimmung. Je gezielter Sie Ihren Plan verfolgen, desto weniger FOMO empfinden Sie.

  • Die 10-Minuten-Regel

Bei einem Smalltalk reichen 10 Minuten bei weitem aus, um einen gemeinsamen Link festzustellen – oder eben nicht. Gespräche, die im Sand verlaufen, dürfen Sie höflich, aber bestimmt abbrechen.

  • Keine E-Mails während des WEF

Der grosse E-Mail-Austausch, etwa über Toplink, findet vor oder nach dem Forum statt. Nur wegen einem Mail stellt während des Forums kaum jemand sein Programm um.

  • In der Session immer die erste Frage stellen

Ja, als erster Fragesteller werden Sie als Streber gelten. Aber das WEF ist kein Ort für falsche Bescheidenheit. Die erste Session-Frage bleibt am ehesten in Erinnerung.

  • Rückzugsort für Powernap kennen

Der einzige Ort für einen möglichst unauffälligen Kurzschlaf ist in einer abgedunkelten Session. Mehr als 15 Minuten Erholung ist aber auch dort nicht zu bekommen.

  • Keine Panik vor CEO

Es kann gut sein, dass Sie während einer Shuttle-Fahrt plötzlich neben dem CEO einer grossen Bank sitzen. Bleiben Sie ruhig und auf Augenhöhe. Kein Fanverhalten.

  • Das WEF-Transport-System verstehen

Während des WEF gibt es eine zentrale Shuttle-Station, die die vier Shuttle-Linien verbindet. Ersparen Sie sich Orientierungslosigkeit, indem Sie die Shuttle-Linien studieren.

  • Erhaltene Karten am Abend sortieren

Wenn Sie täglich 70 Visitenkarten vergeben, erhalten Sie bestenfalls 70 zurück. Sie verbringen den Abend damit, diese nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu sortieren.

  • Piano-Bar meiden

Während des Tages werden Sie immer wieder den Satz hören: «Treffen wir uns abends in der Piano-Bar.» Dort ist es aber meistens zu laut, um wirklich Gespräche zu führen, zudem verlieren Sie zu viel Energie für den nächsten Tag.

  • In Warteschlangen nicht nur warten

Die Warteschlange ist Ihre Gratis-Random-Kontaktbörse. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Smalltalk mit Personen, die wenig mit Ihrem Fachgebiet zu tun haben.

  • Follow-up-Notizen

Nach den Sessions, aber vor allem nach den Meetings notieren Sie sich die wichtigsten Informationen und die nächsten geplanten Schritte. Der Informations-Overload während des WEF löscht viele wichtige Details aus Ihrem Kopf.

  • PPPPP-Regel

Das WEF ist kein Ort für halbherzige Vernetzung oder Vernetzung zum Zeitvertrieb. Das Motto der meisten Teilnehmer lautet PPPPP: Proper preparation prevents poor performance.

  • Der letzte Tag ist genauso wertvoll

Auch der letzte Tag ist trotz Abschlusszeremonie und vielen Abreisen noch voll mit Sessions. Genauso wie es keine Eingewöhnungsphase gibt, gibt es auch keinen Cooling-off-Tag.

  • Medienpräsenz nutzen

Das WEF ist voll mit Journalisten. Diese erkennen Sie an orangen Badges. Wenn Sie ein Experte auf einem Gebiet sind: Bieten Sie sich als Interviewpartner an.

  • Maximal 14 Termine pro Tag

Auch wenn manche Teilnehmer damit prahlen, dass sie bis zu 50 Termine an einem Tag schaffen, vergessen Sie es. Gerade als Anfänger bekommen Sie gar nicht so viele Meetings.

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