Die Robert Mondavi Winery in Oakville im Napa Valley gehört zu den Architektur-Ikonen des Tals. Entworfen wurde das Gebäude in den 1960ern von Architekt Cliff May (1903–1989), der bekannt war für den Ranchhaus-Stil: Horizontal ausgerichtete, grosszügige Bauten mit flachgeneigten Dächern.
Mehr Zuhause als Produktionsstätte sollte das Weingut sein. Die Silhouette des Gebäudes wurde zur Bildmarke. Während der Turm Sichtbarkeit garantiert und den Weinreisenden den Weg weist, wirkt der weite Bogen unter dem flachen Giebel einladend und heisst die Gäste willkommen.
Turm und Bogen werden durch Neubau ergänzt
Seit 2004 gehört die Robert Mondavi Winery dem grössten Weinunternehmen der Welt: Constellation Brands. Und seit 2023 fliessen viel Geld und zeitgemässe Ideen in den Umbau des legendären Weinguts, den Architekt David Darling leitet.
Die Grundstruktur bleibt erhalten und wird sanft renoviert. Doch die Nebengebäude, die nach 1966 wegen des starken Wachstums des Unternehmens in immer schnelleren Abständen hinzukamen, werden durch einen kühnen Neubau ersetzt. Das neue, grosszügige Empfangsgebäude-Gebäude greift die Dachlinie und das Bogenmotiv auf und bietet einen fantastischen Blick auf die Mayacamas Mountains.
Baumaterial wird recycelt
Für die Holzdecke wurden die Dauben grosser ausrangierter Gärfässer verwendet. Die kommen auch im neuen To Kalon Cellar zum Einsatz. Dort sollen künftig mehr Einzellagenweine gekeltert werden. Das Gebäude ist nach dem To Kalon-Weinberg benannt, aus dem die Cabernet-Sauvignon-Trauben sowie etwas Petit Verdot und Cabernet Franc für den Top-Cru der Kellerei stammen.

Die Keramikfliesen wurden von Margrit Biever Mondavi handbemalt. Sie werden in die neue Küche des Hospitality-Bereichs integriert.
Eine besonders liebenswerte Reminiszenz an die Anfangszeit des ersten grossen Weinunternehmens, das nach der Prohibition im Napa Valley gegründet wurde, sind die Fliesen von Margrit Biever Mondavi (1925-2016). Die gebürtige Appenzellerin bemalte die Keramik von Hand. Sie zieren die Küche des neuen Hospitality-Bereichs.
Auch die Umgebung erhält eine Aufwertung. Anstelle der weitläufigen «durstigen» Rasenflächen entstehen begehbare Gartenräume, die mit der typischen Vegetation des Napa Valley bepflanzt werden. Für mehr Biodiversität in Oakville.

