Neulich hatte ich das Vergnügen mit einem kräftigen spanischen Rosé, der eine Tarte Tatin begleitete. Zu dem «kopfüber» gebackenen Apfelkuchen mit mürbem Boden, warmen Äpfeln und diesem unwiderstehlichen Hauch von Karamell war das eine schöne Erfahrung.

Was mich überraschte: Der Rosé wurde in Barriques ausgebaut. Die verwendeten Grenache-Trauben stammen aus eigens für diesen Wein ausgewählten Parzellen. Die würzig-röstigen Holzaromen waren perfekt eingebunden. Der Kontrast zu den Äpfeln war spannend, die Harmonie zum karamellisierten Zucker gegeben.

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Hellrot statt Zartrosa

Es gibt eine ganze Reihe von Rosés mit kräftiger Farbe und mehr Alkohol, die zu kräftigen Speisen spassen und extra so gekeltert werden. Der Most bleibt länger auf den Beerenhäuten, was mehr Farbe extrahiert. Werden die Weine im Holzfass statt im Stahltank ausgebaut, haben sie mehr aromatische Tiefe und Struktur sowie etwas weniger Säure.

Kräftige Klassiker sind Rosés aus Bandol. Das Anbaugebiet bei Toulon ist bekannt für die Rebsorte Mourvèdre, die in den Rosé-Weine zu mindestens 20 Prozent vertreten sein muss und von Grenache und Cinsault ergänzt wird.

<p>Zu Fleischgerichten Filet Wellington setzten Rosé-Weine mit ihrer frischen Säure einen schönen Kontrapunkt und passen auch zum Umami der Pilzfarce.</p>

Zu Fleischgerichten Filet Wellington setzten Rosé-Weine mit ihrer frischen Säure einen schönen Kontrapunkt und passen auch zum Umami der Pilzfarce.

Quelle: Getty Images

Cerasuolo d'Abruzzo ist immer ein Rosé

Hellrot bis Kirschrosa schimmert Cerasuolo d'Abruzzo im Glas. Die Rebsorte Montepulciano d'Abruzzo muss zu 85 Prozent in der Cuvée vertreten sein. Die Weinregion Abruzzen liegt zwischen dem im Winter tief verschneiten Gran-Sasso-Massiv und der Adria.

Der kräftige Rosato passt zu Fischsuppe und wärmenden Gerichten aus Hülsenfrüchten. Als Begleiter zu Arrosticini, den über offenem Feuer gegarten Lammspiesschen, bringt Cerasuolo eine lebendige Frische ins Spiel.

<p>Bei reifen Rotschmierkäsen funktioniert ein kräftiger Rosé oft besser als Rotwein.</p>

Bei reifen Rotschmierkäsen funktioniert ein kräftiger Rosé oft besser als Rotwein.

Quelle: Getty Images

Rosé zu Fleisch und Käse

Zu Tatar und Rindscarpaccio ist Rosé ein beliebter Partner. Wer mutig ist, probiert einen kräftigen Œil de Perdrix aus Neuenburg zu Filet Wellington. Der Rosé aus Pinot noir nimmt es auch mit der Farce aus feingehackten Pilzen (Duxelle) auf, die das Filet umhüllt.

Rotschmierkäse wie Taleggio oder der unvergleichlich würzige und cremige Époisses, der einem — sofern perfekt gereift — aus dem Kühlschrank entgegenfliesst, stemmt ein kräftiger Rosé mühelos. Oft ist er die bessere Wahl als Rotwein.