Die Aufnahme zur Verhandlung des dritten Rettungspakets für Griechenland ist vom deutschen Parlament mit grosser Mehrheit verabschiedet worden. Vollmundig erklärten die Politiker, dass dies das letzte Hilfspaket für die notleidenden Hellenen sein soll. Obwohl die Griechen in der Vergangenheit jeglichen Kredit und Vertrauen verspielt haben, ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen.

Europa kann nur funktionieren, wenn die Gläubiger auch für die Gelder, das vom Steuerzahler kommt auch verantwortungsvoll investiert werden. Die Reformzusagen sind in den letzten sechs Monaten seit der Übernahme der linken Regierung nicht einmal im Ansatz durchgeführt worden; im Gegenteil es wurde von den Politikern nur verschleppt. Daran müssen sich die Abgeordneten messen lassen.

Das Ende ist noch nicht absehbar

Es könnte aber durchaus noch weitere Hilfen auf Europa zukommen. Die Hilfsmassnahmen über 86 Milliarden Euro, die jetzt zur Diskussion stehen, werden aber nicht ausreichen. Das hochverschuldete Land benötigt für die nächsten fünf Jahre mehr als 350 Milliarden Euro. Ein Grossteil fällt für die Rentner und Pensionäre ab, der Staat benötigt allein dafür 95 Milliarden Euro jährlich.

Dass die Athener Regierung die Rentenkassen geplündert hat, dafür kann die Europäische Union (EU) nicht verantwortlich gemacht werden. Die Vorgänger-Regierung hat dabei die Staatskassen ausgenommen wie eine Weichnachtgans und nur die Knochen zurückgelassen.

Falsche Bewertungsgrundlage

Ausserdem ist der Staatsfond von 50 Milliarden Euro viel zu hoch bewertet. Das Vermögen, das in diesen Fonds eingebracht werden kann, bestehend aus Immobilien wie Hafenanlagen und Flughäfen dürfte eher bei 27 Milliarden Euro liegen. Bei einer seriösen Bewertung von Immobilien kann nicht der Verkehrswert, sondern nur der Substanzwert angesetzt werden. Bei vielen Objekten wurde die Substanz nicht durch Reparaturen erhalten, sondern sie sind teilweise in einem katastrophalen Zustand und nur schwer veräusserbar.

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