Es ist heller Sonnenschein und in Zürich werden die Sonnenbrillen stolz spazieren getragen. An einer Strassenkreuzung im Schatten nimmt eine sicherlich nicht ganz mittellose Dame, wahrscheinlich Ausländerin oder mit «Migrationshintergrund», ihr grossflächiges Modell etwas umständlich ab. Unter den Augen fallen schmale weisse Streifen auf. Ein neuer Make-up Trend, frage ich mich. Der verschämte zweite Blick löst das Rätsel: hier war vor nicht allzu langer Zeit ein Chirurg am Werk.

Der suchende Blick der Dame signalisiert: dies muss eine Fremde, wahrscheinlich eine «Medizintouristin», sein. Die gibt es ja auch in der Schweiz - und besonders in Zürich. Das Schweizer Gesundheitssystem ist hervorragend und auch Koryphäen der plastischen Chirurgie haben hier ihre Praxis.

Schönheitschirugie noch weiter ausbauen

Eigentlich könnte man den Geschäftszweig der Schönheitschirugie doch noch weiter ausbauen, andere Länder wie Deutschland oder die USA machen das ja auch. Und die Schweizer Spitäler sind viel schöner als zum Beispiel die deutschen – das weiss Eine leider aus eigener Erfahrung.

Wie es wohl wäre, wenn nicht nur einzelne Personen kommen, sondern Gruppen? Wenn die «Mädels» nicht zum Wellness, sondern zur Renovation fahren? Unterstützt von Agenturen, die Reise, OP-Termine und Reha organisieren, die darauf schauen, dass die Freizeitaktivitäten zu den Operationen passen (bei der Dame wäre Kino sicherlich gut – dunkel und die Filme oft auf Englisch).

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Servicefaktor erhöhen

Auch Reiseagenturen würden sich sicherlich über ein neues Geschäftsfeld freuen, ebenso wie Spitäler und Ärzte weitere Patienten gern willkommen heissen. Mit ein bisschen Strukturierung könnte man sogar die entsprechendsprachigen Krankenschwestern zur Vorbereitung und Nachbetreuung einteilen. Das erhöht den Servicefaktor und vermittelt den Patienten Sicherheit.

Einzig die einheimischen Patienten hätten es vielleicht etwas schwerer bei der Terminvereinbarung. «Haben Sie Donnerstag noch einen Termin für eine Oberlidstraffung?» -  «Am Donnerstag? Das geht leider nicht, da mache ich den ganzen Tag indische Augen» – so zumindest stelle ich mir das vor…

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