Das oberste Management bei der UBS gehört bekanntlich zu den Top-Verdienern in der Schweizer Wirtschaft. Aber nicht nur die 13 Mitglieder der Geschäftsleitung können sich über Millionensaläre freuen – auch mehrere hundert sogenannte Schlüsselrisiko-Träger bei der grössten Schweizer Bank werden sehr gut entlöhnt.

Wie dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist, gibt es bei der UBS 675 solcher Schlüsselrisiko-Träger, oder auf Englisch Key Risk Takers (KRTs). KRTs sind laut UBS-Definition jene Mitarbeiter, die «aufgrund ihrer Rollen einen erheblichen Einfluss auf den Einsatz beziehungsweise die Kontrolle eines grossen Teils der Ressourcen und/oder auf dessen Risikoprofil ausüben». Dazu gehören etwa auch Mitarbeiter, die an der Front und in der Logistik arbeiten oder aber in Kontrollfunktionen tätig sind.

1,85 Mio US-Dollar je Key Risk Takers

Die KRTs haben für das vergangene Jahr insgesamt 1,25 Milliarden US-Dollar - die US-Währung ist seit neuestem die Berichtwährung der UBS - verdient, was im Durchschnitt pro KRT einen Lohn von 1,85 Mio US-Dollar ergibt. Sowohl was die Anzahl wie auch die durchschnittliche Summe angeht, ist das ein leichter Rückgang gegenüber 2017. Von den 1,25 Milliarden, bei denen übrigens Nebenleistungen und Arbeitgeberbeiträge an Vorsorgeeinrichtungen nicht dazu gezählt werden, ist rund ein Drittel fix zugeteilt und zwei Drittel sind variable Vergütungen.

Der gesamte Personalaufwand der UBS betrug derweil im vergangenen Jahr 14,7 Milliarden US-Dollar. Inklusive Verbuchungen aus früheren Geschäftsjahren, die noch dazu kommen, sind es gar 16,1 Milliarden (gemäss Buchhaltungsstandard IFRS). Beschäftigt hat die grösste Schweizer Bank per Ende Jahr auf Vollzeit-Basis 66'888 Personen, was rund 9 Prozent mehr waren als Ende 2017.

Dies hat vor allem damit zu tun, dass die UBS bestimmte Tätigkeiten (Informatik etc.), die sie vor ein paar Jahren ausgelagert hatte, jetzt wieder selber ausführt. Pro angestellte Person hatte die Bank damit - je nach Ausgangszahl - einen Aufwand von 220'000 oder 240'000 US-Dollar verbuchen müssen.

Ermotti hat 2018 knapp 12 Mio ausbezahlt erhalten

Konzernchef Sergio Ermotti hat für 2018 - exklusive Sozialversicherungsbeiträge und Nebenleistungen - eine Gesamtvergütung von 13,8 Millionen Franken erhalten. Er war damit auch der bestbezahlte UBS-Angestellte. Wie der Vergütungsbericht aufzeigt, entspricht die Gesamtvergütung aufgrund der zum Teil auf Jahre aufgeschobenen Lohnbestandteile aber nicht der gesamten realisierten Vergütung.

Die 2018 realisierte Vergütung für den UBS-Konzernchef lag nämlich «lediglich» bei 11,9 Millionen Franken. Ermotti hat also von der zugeteilten Entschädigung letztes Jahr gut 86 Prozent auch ausbezahlt erhalten. Er profitierte dabei von aufgeschobenen Zahlungen, die zum Teil bis auf 2012 zurückgehen. In früheren Jahren war der Unterschied zwischen zugeteilter und übertragener Vergütung zum Teil viel höher.

2015 beispielsweise hatte Ermotti 14,0 Millionen Franken zugeteilt erhalten, übertragen worden waren ihm in jenem Jahr aber lediglich 3,5 Millionen bzw. ein Viertel. Mit anderen Worten: Ermotti profitiert unterdessen stark vom Umstand, dass er schon längere Zeit für die UBS tätig ist (CEO seit November 2011) und seine zugeteilte Entlöhnung in diesen Jahren stets sehr hoch waren.

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Eine Million Aktien

Ein weiteres interessantes Detail findet sich ebenfalls im Vergütungsbericht: Ein UBS-Konzernchef muss eine Million UBS-Aktien halten, die er innerhalb von fünf Jahren nach Ernennung aufbauen und während der Amtszeit halten muss. Ermotti hat das locker geschafft: Er hält nämlich insgesamt 3,47 Millionen UBS-Aktien, wobei rund die Hälfte davon aufgeschobene Aktien und damit einem gewissen Verfalls-Risiko ausgesetzt sind. Sein gesamtes Aktienpaket hat zum aktuellen Kurs der UBS-Aktie einen Wert von gut 42 Millionen Franken.

(awp/ccr)