In China spielt die Frau in der Wirtschaft eine viel wichtigere Rolle als in westlichen Industrieländern. Sie sind nicht selten das Oberhaupt einer Familiendynastie. So sind im Land der Mitte unter den Vermögendsten zunehmend weibliche Namen zu finden; gemäss dem Magazin «Hurun Report» figurieren unter den 1000 reichsten Chinesen 156 Frauen. Zum Vergleich: In der von BILANZ veröffentlichten Liste der 300 Reichsten in der Schweiz sind 16 Frauen auszumachen – was nur gerade 5,3 Prozent entspricht, einem Drittel des Anteils der Chinesinnen.

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Die vermögendste Chinesin, Wu Yajun, ist Chefin der Longhu Real Estate Development. Die Firma wurde erst 1995 in Chongqing, der grössten Stadt Chinas, gegründet. Die Immobilienunternehmung beschäftigt 3000 Mitarbeiter. Die mit dem starken Wirtschaftswachstum des Riesenreichs einhergehende Nachfrage nach Wohnungen und Büroraum ist die grösste Quelle des neuen Reichtums in China. Beinahe jeder vierte der 1000 reichsten Chinesen hat sein Vermögen mit Immobilien verdient.

So auch die Familie der zweitreichsten Chinesin, Yang Huiyan. Sie ist erst 30 Jahre alt, herrscht aber bereits über ein Vermögen von 5,6 Milliarden Dollar. Von ihrem Vater Yang Guoqiang erhielt sie nach ihrem Studium an der Ohio State University die Aktienmehrheit von Country Garden geschenkt. Die Jungunternehmerin brachte die erst 14 Jahre alte Immobilienfirma 2007 an die Börse von Hongkong. Damals war sie die mit Abstand reichste Chinesin, doch die globale Finanzkrise liess 2008 auch die Aktienkurse von Country Garden taumeln.

Die einzige unter den fünf reichsten Chinesinnen, die ihr Vermögen nicht mit Zement gebaut hat, ist Zhang Yin. Die 54-Jährige gründete das Familienunternehmen Nine Dragons Paper. Der Konzern importiert Altpapier aus den USA und produziert daraus Karton; der wiederum findet Verwendung für Schachteln für chinesische Exportgüter.