An der Expo 2015 in Mailand sind die drei grössten Schweizer Städte mit eigenen Ausstellungen und Veranstaltungen präsent. Am Dienstag stellten Basel, Zürich und Genf ihre Projekte vor. Nichtregierungsorganisationen kritisieren den Auftritt von Basel - wegen des Hauptsponsors Syngenta.

Die drei Städte wollen an der Weltausstellung, die Anfang Mai eröffnet wird, eine «innovative, nachhaltige, kulturelle und urbane Schweiz präsentieren», wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst.

NGOs kritisieren Basel

Unter dem Motto «Spirito di Basilea» zeigt Basel von Anfang Mai bis Mitte Juni «weltbedeutende Entwicklungen, die in Basel ihren Anfang genommen haben und die Welt direkt oder indirekt verändert haben», wird der Basler Regierungspräsident Guy Morin in der Mitteilung zitiert.

Anhand ausgewählter Ereignisse und Entdeckungen in den Bereichen Wissenschaft, Geistesleben und Kunst, Architektur und Design und Wirtschaft thematisiere der Basler Auftritt sowohl das Expo-Thema der Welternährung wie auch das Bedürfnis nach «geistiger Nahrung».

Eine Koalition von NGOs kritisiert, der Hauptsponsor Syngenta erhalte am Basler Auftritt ein «Meinungsmonopol». Der Agrarchemiekonzern Syngenta könne seine Strategie zur Ernährung der Welt unwidersprochen darlegen. Organisationen der biologischen Landwirtschaft seien erst im August präsent.

Ausstellung aus Glasflaschen

Von Mitte Juni bis Anfang August zeigt die Stadt Zürich gemeinsam mit dem Kanton Zürich und Zürich Tourismus, welche Auswirkungen sauberes Wasser auf die Innovationskraft und Lebensqualität einer Stadt hat. Im Zentrum der Ausstellung stehen «die Kompetenzen in den Ernährungswissenschaften und der Nahrungsmittelproduktion sowie der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser».

Auch der Auftritt selbst soll dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden. Die gesamte Ausstellung soll aus Glasflaschen gebaut werden, die nach dem Auftritt recycelt werden. Anschliessend an die Zürcher Ausstellung zeigen die drei Städte Basel, Zürich und Genf gemeinsam Entwicklungen in der urbanen Nahrungsmittelproduktion und Ernährungsforschung.

Zum Abschluss präsentiert Genf von Mitte September bis Ende Oktober ein Projekt des Genfer Künstlers Fabrice Gygi. Gemäss Ankündigung handelt es sich um eine «ästhetische und sinnliche Reise im Herzen des endlosen und lebenswichtigen Kreislaufs des Wassers».

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Silos mit Salz, Wasser, Äpfeln und Kaffee

Die Weltausstellung in Mailand dauert vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 und widmet sich den Themen Ernährung, Nachhaltigkeit und Ressourcenverteilung. Der Schweizer Pavillon mit dem Namen «Confooderatio Helvetica» besteht aus vier Türmen, die mit Salz, Wasser, Apfelringen und Kaffee gefüllt sind. Die Besucher können sich bedienen. Je mehr Produkte sie mitnehmen, desto tiefer senkt sich der Boden der Besucherplattform.

Das Parlament hat einen Kredit von 23,1 Millionen Franken für den Schweizer Auftritt genehmigt. Davon werden 8 Millionen von Sponsoren beigesteuert.

Neben den drei Städten sind an der Expo auch die Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis präsent, ebenso der Nahrungsmittelkonzern Nestlé und Schweiz Tourismus.

(sda/ccr)