Der Vorstoss kam zu spät. Im Februar befragte die Swiss ihre Mitarbeiter in einer internen Erhebung, wie sie die Vorgesetzten beurteilten. Das Ergebnis steht noch unter Verschluss, dürfte laut Insidern aber vor allem eines zeigen: Der Unmut ist enorm. Dass die Führung um Swiss-Chef Harry Hohmeister den Rückhalt in der Mannschaft verloren hat, zeigt der jüngste Konflikt um den Sparkurs. «Das Vertrauen ins Swiss-Management und seinen CEO ist nicht mehr vorhanden», sagt Kilian Kraus, Vizepräsident der Pilotengewerkschaft Aeropers.

Jahrelang standen Piloten, Kabinencrew und Bodenpersonal hinter ihrer Airline, liessen sich Konzessionen abringen. Nun lehnten sie alle die neuen Tarifverträge ab, mit 70 bis 80 Prozent Nein-Stimmen. Flexibler wollte Hohmeister die Swiss machen, doch zugleich einen Sparkurs durchbringen. Er blitzte ab. Eine Fehleinschätzung: Hohmeister habe seine Forderungen gegenüber Aeropers für mehrheitsfähig erachtet, sagt ein Verhandlungspartner. Überall rumort es – dabei braucht es angesichts aggressiver Rivalen geschlossene Gegenwehr.

Sparmassnahmen trotz guter Gewinne

Aber Hohmeister vermeldet gute Gewinne. Dass zusätzliche Sparmassnahmen nötig sind, kann er seiner Truppe nicht verständlich machen. «Die Mitarbeiter schenken den Argumenten des Managements kein Vertrauen», sagt Georg Zimmermann, Geschäftsführer der Kabinengewerkschaft Kapers.

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Die Warnung kommt offenbar an. So schrieb ein Swiss-Manager an die Piloten: Es habe sich gezeigt, dass das grosse Thema das Stichwort «Vertrauen» sei. Er warb um Zusammenhalt. «Für eine erfolgreiche Zukunft ist es zwingend, dass wir uns alle als Teil des Swiss-Teams sehen.» Dieses aber muss Hohmeister erst wieder formen.