Herr Osterwalder, mit Ihrem Buch «Business Model Generation» ist Ihnen vor zwölf Jahren ein Weltbestseller der Management-Literatur gelungen. Nun liegt «The Invincible Company» vor. Haben Sie das Geheimnis der Geschäftsmodelle gelüftet? 
Erfolgreiche Geschäftsmodelle haben nichts Geheimnisvolles. Sie sind das Ergebnis einer guten Strategie. Darunter verstehen wir Entscheidungen, welche eine Unternehmensstruktur entstehen lassen,in der sich innovative Geschäftsmodelle entwickeln können. 

Das predigten Sie doch schon immer. Hat es dafür ein neues Buch gebraucht? 
Diese Frage haben wir uns auch gestellt und trotz der Flut von Management-Literatur mit Ja beantwortet. Wir sehen, dass sich zu viele Grossunternehmen immer noch schwertun mit Innovation. 

Warum? 
Es ist unter anderem eine Frage der Prioritäten. Viele Grossfirmen messen der sauberen Umsetzung sehr viel und der Innovation relativ wenig Bedeutung bei. 

Was meinen Sie mit Umsetzung? 
Nestlé ist Weltklasse, wenn es um die Optimierung der bestehenden Geschäfte oder auch um Akquisitionen geht. Aber die Firma hat es nicht geschafft, ihre Geschäftsmodelle systematisch zu innovieren. 

Nespresso war doch eine erfolgreiche Innovation. 
Richtig. Aber es war die erste nach etwa vierzig Jahren. Glück und Zufall haben eine wichtige Rolle gespielt. Nach diesem Muster liefen in der Vergangenheit die meisten Innovationen ab. 

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Vordenker

Alex Osterwalder ist in St. Gallen aufgewachsen und hat an der Universität Lausanne Management-Theorie studiert. Mit seinem Doktor-Vater Yves Pigneur entwickelte er die Business ModelCanvas, die zum zentralen Element des Bestsellers «Business Model Generation» wurde, mit über einer Million verkaufter Exemplare. Der 47-Jährige ist Mitbegründer der Beratungsfirma Strategyzer und steht in der Thinkers 50-Liste der einflussreichsten Management-Vordenker auf dem vierten Platz.