Gerade erst hat sich die Post aus dem Pilotprojekt zur Drohnenlieferung von Laborproben zurückgezogen, da startet ein neuer, ehrgeiziger Anlauf: Das Start-up Jedsy von Herbert Weirather mit Sitz in Berneck SG wird für die Laborgruppe Risch in den nächsten zwei Jahren 10 bis 20 Standorte mit dem Transport von Laborproben per Drohne vernetzen. Die erste Flugstrecke zwischen Vaduz und Buchs SG ist bereits durch das BAZL genehmigt. Bislang beschäftigt Risch 55 eigene Kurierfahrer und gibt dafür vier bis fünf Millionen Franken jährlich aus.

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Die Jedsy-Drohne ist die erste der Welt, die senkrecht an einer Dockingstation am Fenster landen kann und sich dort wieder auflädt. Sie startet, fliegt und landet autonom, lediglich bei unvorhergesehenen Ereignissen wie kreuzendem Flugverkehr muss ein Pilot eingreifen. Damit kann ein Pilot mehrere Drohnen gleichzeitig überwachen. «Das ist um den Faktor zehn günstiger als ein Transport per Auto», so Weirather. Mit 2,3 Kilo Ladung kommt die Drohne im Flugzeugdesign ohne Aufladen knapp 100 Kilometer weit und kann bis zu 15  Proben einsammeln.

Liewo Portrait mit Herbert Weirahter beim LovaCenter, Vaduzer Medienhaus AG in Vaduz.

HÖHENFLUG Will mit seiner Flugzeugdrohne den Kleintransport revolutionieren: Herbert Weirather.

Quelle: Daniel Schwendener

Jedsy beschäftigt 45 Mitarbeiter, 25 davon im Ausland. So hat die Firma in Malawi im Auftrag des Gesundheitsministeriums bereits 5000 Transporte von Medizin und Blutkonserven durchgeführt. Jedsy, erst 2021 gegründet, ist gerade in der zweiten Finanzierungsrunde, der Break-even ist für Anfang 2025 geplant. Weirather hat prominente Eltern: das Skirennfahrerpaar Harti Weirather und Hanni Wenzel. «Sie haben mich nie zum Skifahren gezwungen, sondern immer unterstützt», sagt der Junior: «Fliegerei ist mein Leben!»

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