Das Zuger Start-up Avea Life surft mit ordentlich Speed auf der Longevity-Welle. «Wir wachsen mit 300 bis 400 Prozent im Jahr», sagt Duri Granziol, einer der vier Unternehmensgründer. Seit zweieinhalb Jahren ist Avea Life mit potenziell lebensverlängernden Nahrungsmittelergänzungen auf dem Markt, nun gewinnt die Expansion so richtig an Fahrt. Vergangenes Jahr waren die Umsätze mit Blutzuckerstabilisatoren, Kollagen-Aktivatoren und vielen anderen Produkten im einstelligen Millionenbereich, 2024 sind sie zweistellig. «Selbst die 100-Millionen-Franken-Marke dürften wir schnell erreichen», prognostiziert Granziol.

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Den Turbo zündete China. Avea ist dort seit November 2023 aktiv. Heute ist die Volksrepublik mit monatlichen Umsätzen von über einer Million Franken bereits der grösste Markt. Der Vertrieb erfolgt über sogenannte KOLs. Diese Key Opinion Leaders sind Influencer, die Produkte etwa über die TikTok-Schwester Douyin vertreiben. Livestream-Shopping ist in China ein riesiger Trend. KOLs sind weniger wegen ihres guten Aussehens gefragt, sondern aufgrund ihrer Expertise. Die wird etwa bei Besuchen der Avea-Produktionsanlagen in der Schweiz aufgebaut. «Wir können die Nachfrage nach Influencer-Kooperationen und -Firmenbesuchen gar nicht mehr bedienen», sagt Granziol. Auch die Bestellungen stellten die Lieferkapazitäten zuweilen vor eine Herausforderung. Avea produziert derzeit und künftig nur in der Schweiz. Man versucht sich mit Schweizer Attributen wie hoher Qualität und Innovationskraft von der Vielzahl an Konkurrenten auf dem Markt für Supplements zu differenzieren. Zudem ist man «ein echter westlicher Brand». In China sind viele Marken im Umlauf, die «made in Europe» sind, aber einzig für den chinesischen Markt produzieren.

«Chinfluencer»: Avea vertreibt ihre Produkte via KOLs.

«Chinfluencer»: Avea vertreibt ihre Produkte via KOLs.

Quelle: ZVG

Die nächsten Expansionsschritte sind in Skandinavien, Grossbritannien und dem Mittleren Osten geplant. In Asien baut man das Geschäft in Singapur, Japan und Hongkong weiter aus. Der umkämpfte US-Markt werde mittelfristig zum Thema.

Für den nächsten Wachstumsschub holt sich Avea frisches Kapital. «Wir bereiten eine Finanzierungsrunde vor», sagt Granziol. Avea befindet sich grösstenteils im Besitz der Gründer. Neben Granziol sind das Sophie Chabloz (Forschung), Pascal Rode (COO) und Teresa Budetta (Marketing). Tobias Reichmuths Longevity-Fonds Maximon ist als Investor an Bord. Reichmuth dürfte mit dem Investment zufrieden sein. Der Experte für Jungunternehmen hält Avea «für das am schnellsten wachsende Scale-up der Schweiz im Bereich Konsumgüter». Noch dazu bleibt unter dem Strich bereits Geld übrig: Seit diesem Quartal ist Avea Life profitabel.

Erich Gerbl
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