Nichts gegen David Allemann, aber bei der Meldung jüngst, dass On-Schuhe überall teurer würden, nur in der Schweiz nicht, habe ich mich gefragt: Warum wirkt diese Firma inzwischen so unsympathisch? Zumal stabile Schweizer Preise ja eigentlich etwas Positives sind.

Etwas Selbsterforschung lieferte die Antwort: Die Ons haben die Bodenhaftung verloren – und das ganz ohne Rückstoss ihrer Gartenschlauchsohle, die sie mitnichten selbst erfunden, sondern via Patentkauf erworben haben. Die Flughöhe konnte man im Mai bei einem TV-Auftritt besichtigen. On-Mitgründer Allemann rechtfertigte die 83  Millionen Franken, die ihm und seinen vier Compadres in der On-Führung zuflossen. Diese Boni hätten ja nicht die Gründer, sondern die Alt-Investoren vor dem Börsengang beschlossen – um sicherzustellen, dass die Interessen gleichgeschaltet bleiben.

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Das heisst: Die Gründer müssen mit Millionen motiviert werden, ihrer Gründung treu zu bleiben. Dann beklagten Allemann und sein Co-CEO Marc Maurer, dass die kleingeistige helvetische Journaille solche Exzesse kritisiert, statt gefälligst zu verstehen, dass man «Erfolg zelebrieren» könnte – da lag die Qualitätsstufe der vorgängigen Kommunikationsberatung zwischen grottenschlecht und nicht vorhanden. Ich wollte Aktionär Roger Federer fragen, was er von dem Auftritt hält, aber er hat das Telefon nicht abgehoben. Er wird wissen, warum.

Dass man Boniprogramme nachträglich ändern oder sogar auf Geld verzichten kann, scheint für die Ons ein abwegiger Gedanke – obwohl die Firma Verluste schreibt und Kleinaktionäre in die Röhre schauen. Stattdessen soll dasselbe Programm für 2022 noch einmal gelten.

Weitere Beispiele gefällig? Allemanns Kompagnon Caspar Coppetti prahlte kürzlich im Fachblatt «TextilWirtschaft», On habe eine Gewinnmarge «wie eine Luxusmarke». Und dass die Preise bei uns gleich bleiben, heisst ja: Der Schweizer Rahm wird längst abgeschöpft. Wenn nicht bald Demut einkehrt, muss Allemann den nächsten On-Schuh womöglich «Cloud Ikarus» taufen. Die Luft ist schon gefährlich dünn.