Am 1. Januar hat er seine EU-Mitgliedschaft verloren. Doch Oliver Zimmer, dem Schweizer Historiker mit britischem Pass, ist das noch so recht, denn er kann mit dem transnationalen Konstrukt ohnehin wenig anfangen. Mit dieser Haltung ist er an der University of Oxford, wo er seinen Lehrstuhl hat, eher die Ausnahme – aber kein Aussenseiter. Denn in Grossbritannien werde Meinungsvielfalt respektiert, sagt er. Jedenfalls stärker als in der Schweiz, wo man gar rasch als SVP-Sympathisant abgestempelt wird. «Das bin ich nicht», sagt Zimmer, vielmehr sieht er sich als «kritischen Liberalen».

Herr Zimmer, war eigentlich der 23. Juni 2016 ein Freudentag für Sie?
Oliver Zimmer:
Nein, nicht wirklich. Ich hatte bei der Brexit-Abstimmung damals «Remain» gestimmt. Heute würde ich «Leave» stimmen. Ich bin mit dieser Haltung nicht allein.