Mit der aktuellen Corona-Welle leeren sich die Büros wieder. Doch schon im relativ entspannten Spätsommer und Herbst sind die Arbeitnehmenden kaum zurückgekehrt, wie Zahlen von Locatee, einem Anbieter für Arbeitsplatz-Analyse-Software, zeigen. So stieg die Büronutzung von 10  Prozent im August auf lediglich 16  Prozent im November.

Auch zeigt sich, dass die Berufstätigen zögerlicher zurückkehren als noch vor einem Jahr: Mitte September 2020 waren die Arbeitsplätze nach dem ersten Shutdown wieder zu rund 40 Prozent belegt – dieses Jahr ist die Schwelle von 20 Prozent nie erreicht worden.

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«Wir gehen davon aus, dass sich dies in den kommenden Wintermonaten wohl kaum ändern wird», sagt Locatee-Chef Thomas Kessler. Einerseits hätten viele Unternehmen noch keine solide Strategie zur künftigen Nutzung der Büroräume entwickelt.

Andererseits sei zu erwarten, dass die Mitarbeitenden angesichts der gesundheitspolitischen Massnahmen wieder vermehrt aufs Homeoffice zurückgeworfen würden.

84 Prozent der Büroflächen in der Schweiz blieben im Spätsommer und Herbst trotz Impfoffensive und lange Zeit relativ entspannter Corona-Situation verwaist.

Gross zu stören scheint das Herrn und Frau Schweizer nicht. Im europäischen Vergleich ziehen sie die Heimarbeit ohnehin stärker vor. Deutschland kam zuletzt immerhin auf eine Belegung von 21 Prozent, Spanien auf 20 und Frankreich auf 17.

Tiefer als in der Schweiz ist lediglich jene in Grossbritannien mit nur 12 Prozent, was Sabine Ehm, Research Manager bei Locatee, mit den oft mühsamen Pendelwegen im Ballungsraum London begründet.

Noch keine grossen Veränderungen sieht Ehm auf dem hiesigen Büromarkt. «Bemerkenswert ist, dass die Neubauprojekte weiterhin vorangetrieben werden.» Das führe dazu, dass B-Lagen künftig einen höheren Leerstand haben werden. Sabine Ehm: «Wenn ein Büro nicht top ausgestattet ist und eine Top-Lage hat, werden die Mitarbeitenden nicht mehr zurückkommen.»