Seien wir mal ehrlich: Der grosse Teil des Sortiments der Schweizer Uhrenmarken zeichnet sich vor allem durch etwas aus: gestalterische Langeweile. Logisch: Uhren gleichen sich optisch. Dennoch wünschte man sich manchmal etwas mehr Mut von den Designern und Designerinnen. Jedenfalls etwas mehr kreativen Mumm, statt bloss ein blaues durch ein lachsfarbenes Zifferblatt zu ersetzen.

Ähnliches dem Unternehmer und Uhrensammler Ilya Gelfman vorzuwerfen, wäre vermessen. Denn er hat mit seiner Marke Gelfman eine Uhr lanciert, die völlig aus dem Rahmen des Üblichen fällt. Seine Gelfman IN-16 Nixie ist fast schon gefährlich anders als alles andere. Gefährlich einerseits, weil das Design der Uhr natürlich ein kommerzielles Risiko darstellt; es dürfte bloss eine Minderheit von Uhrenfans gefallen. Und gefährlich anderseits, weil im Inneren der Uhr für die Zeitanzeige Edel-gase wie Neon zum Glühen und Leuchten gebracht werden.

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Eingefasst sind die Röhren der IN-16 Nixie in ein Gehäuse aus Edelstahl. Die Röhren selbst sind für den klaren Blick auf die Zeit antireflexiv beschichtet. Sie stammen aus Russland und sollen rund 10'000 Stunden halten.

Eingefasst sind die Röhren der IN-16 Nixie in ein Gehäuse aus Edelstahl. Die Röhren selbst sind für den klaren Blick auf die Zeit antireflexiv beschichtet. Sie stammen aus Russland und sollen rund 10'000 Stunden halten.

Quelle: Aleksandr Markovsky

Fakten

Elektronische Komponenten 100+

Akku Lithium-Ionen, 320 mAh

Ladezyklus alle zwölf Tage

Wasserdicht gegen Spritzwasser

Funktionen Stunden, Minuten, Datum, Ladestand

Display bewegungsempfindlich

Ähnlich wie bei den mittlerweile aus dem Verkehr gezogenen Glühbirnen braucht es in den Nixie-Röhren also Strom und Spannung, die dann Wärme und Licht erzeugen. Was futuristisch klingt, ist eigentlich eine Technologie, die lange vor LED oder Leuchtdioden erfunden wurde und zwischen den 1930er- und 1970er-Jahren von damals führenden Technologieunternehmen wie Philips, Burroughs und Telefunken kommerzialisiert wurde. Die Röhren der Gelfman wiederum stammen aus russischer Produktion der 1980er-Jahre.

Die Uhr ist kein billiger Spass. Limitiert auf 999 Exemplare kostet sie 6999 Franken, bewegt sich also im gehobenen Segment in der Preisklasse von Omega und anderen weit bekannteren Marken. Klar aber ist: Wenn Sie mit einer Gelfman am Handgelenk auftauchen, werden Sie mit Garantie auf Ihre Uhr angesprochen. Die Nixie ist definitiv ein Talking Piece. Und übrigens: Auf dem Secondhandmarkt werden die Gelfmans derzeit mit einem happigen Aufpreis für plus/minus 11'000 Franken angeboten.

6999 Fr. Die Gelfman ist auf 999 Stück limitiert und wird in einer Box geliefert und präsentiert, die einer Rakete nachempfunden wurde.

Uhren, Gelfman, Box Rakete

Uhren, Gelfman, Box Rakete

Quelle: Aleksandr Markovsky
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